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ABN Amro Bank stellt nach 106 Jahren Goldhandel ein

ABN AMRO beendet Edelmetall-Ära

 

Vor 7 Jahren änderte die drittgrößte niederländische Bank ABN Amro ihre Regeln für physische Edelmetalle-Gewichtskonten, wonach keine physische Auslieferung mehr möglich ist.

Danach transferierte die Bank ihr Edelmetallgeschäft zur Schweizerischen Großbank UBS, über die auch keine physische Lieferung mehr möglich war.

Wie die niederländische Nachrichtenagentur Geotrendlines berichtet, teile die drittgrößte niederländische Bank den rund 2000 betroffenen Kunden im Bereich ,,Private Banking und Retail‘‘ nun mit, dass diese ab dem kommenden Freitag kein physisches Gold, Silber oder Platin mehr kaufen könnten.

Die Kunden, welche noch Bestände besitzen, müssen diese vor dem 01.04.2020 verkaufen. Falls dies nicht geschieht, wird die Bank zum dann bestehenden Marktpreis die Bestände verkaufen und den Gegenwert auf dem Kundenkonto gutschreiben.

Als Grund nennt die Bank neue EU-Regelungen. Da keine physische Auslieferung der Edelmetalle mehr möglich ist, seien die über die ABN Amro Bank zu erwerbenden Bestände auch kein direktes Investment in diese.

Dieses indirekte Investment unterliegt nach Aussagen der Bank zusätzlicher Regulierung, da die EU-Finanzmarktregeln verschärft wurden.

 

Goldbarren

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Die Kündigung der Edelmetall-Gewichtskonten durch die ABN Amro Bank beendet eine Historie, welche mit dem Kauf der Hollandsche Bank Unie (HBU) begann. 1967 hatte die Amro Bank die HBU übernommen und das Geschäft mit physischen Edelmetallen fortgeführt. Nach dem Zusammenschluss der ABN Amro Bank mit Fortis im Jahr 2009 wurde die HBU an die Deutsche Bank verkauft. Bis zum Jahr 2013 hatten die damaligen Kunden dann 4 Jahre Zeit, sich die Bestände ausliefern zu lassen oder sie zu verkaufen.

 

Fazit

 

Steigende Regulierung und zunehmende Probleme bei der physischen Lieferung der Edelmetalle sind zwar legitime Gründe, das Geschäft mit physischen Edelmetallen einzustellen. Gleichwohl zeigt dieses Vorgehen auch, dass das Lieferrisiko durch die Bank durchaus besteht.

 

25.03.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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