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Kupfer mit weitergehender Korrektur?

Wie entwickelt sich die chinesische Kupfernachfrage?

 

Erst waren es im 2. Halbjahr 2019 die sozialen Unruhen im Hauptförderland Chile, die den Kupferpreis anspringen ließen. Und parallel dazu schwankte das Vertrauen in die wirtschaftliche Dynamik Chinas mit dem Hin und Her bei den Verhandlungen mit den USA über ein Handelsabkommen Phase 1.

Nachdem sich nun in Chile anscheinend zumindest bis zur Volksabstimmung über die neue Verfassung im April 2020 die Gemüter beruhigt haben und eine weitergehende Unterbrechung der Kupferförderung unwahrscheinlich ist, weht über den Pazifik das neue Risiko einer Pandemie, die in China ihren Ursprung hat.

Die drastischen Maßnahmen der chinesischen Regierung, Millionen Menschen unter Quarantäne zu stellen, sind zwar ein Fortschritt gegenüber der Kommunikations-Katastrophe während der SARS-Epidemie 2002/2003. Diese war die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts und steht beispielhaft für die schnelle Ausbreitung einer Krankheit in einer vernetzten und globalisierten Welt. Entscheidend war damals, dass eine immer engere gesellschaftliche und wirtschaftliche Vernetzung die Möglichkeit bot, den Erreger mithilfe von Flugzeugen in andere Staaten zu übertragen, lange bevor die Inkubationszeit vorbei war und die Erkrankung offensichtlich wurde.

Die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Dynamik Chinas sind derzeit noch nicht abzusehen. Auch deshalb, weil das aktuelle Ausmaß der Verbreitung über die unter Quarantäne gestellten Städte nicht klar ist. Die sozialen Reaktionen vor dem morgigen Neujahrsfest in China ebenfalls nicht. Denn die daraus resultierende Heimreisewelle Hunderter Millionen Chinesen wird erst im Nachgang zeigen, inwieweit sie zur Verbreitung des Virus beigetragen hat.

Der Kupferpreis hat in den vergangenen Tagen bereits nachgegeben. Denn China ist der weltgrößte Konsument raffinierten Kupfers. Im Jahr 2018 konsumierte das Land 49 % der weltweiten Kupferproduktion!

 

Kupfer

 

Der Kupferpreis befindet sich allerdings derzeit noch in der Mitte seines breiten Konsolidierungskeiles des Anstiegs um über 70 % nach dem Zyklustief im Januar 2016.

 

Fibonacci Kupfer

 

Ein Blick auf die Fibonacci-Retracements zeigt, dass das 61,8 %-Retracement bisher nicht wirklich erreicht, das 50 %-Retracement allerdings bereits mehrfach unterschritten wurde. Da aktuell auch keine signifikanten Symmetrien oder andere deutlichen Muster erkennbar sind, sollte zunächst mit einer Seitwärtsbewegung innerhalb des Konsolidierungskeiles gerechnet werden. Ein Test des 61,8 %-Fibonacci-Retracements würde allerdings einen nochmaligen Rückgang bis in den Bereich von 2,45 Dollar je Pfund Kupfer bedeuten.

 

Fazit

 

Für Kupfer hängt viel davon ab, ob und wann China die Auswirkungen der neuen Pandemie unter Kontrolle bekommt und inwieweit dadurch die Wirtschaftsprozesse beeinträchtigt werden. Gleiches gilt inzwischen allerdings auch für jene Staaten, in die das Virus bereits übertragen wurde.

 

24.01.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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