Der Euro hat zu kämpfen - nicht nur außerhalb Europas Image

Der Euro - der Trend is not your friend!

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Die Schlacht um das Vertrauen in den Euro

 

Der Euro hat politisch seit seiner Einführung viel Unterstützung. Diese goß man in EU-Recht und hatte den Schwung der Weltgeschichte auf seiner Seite. Es gäbe, ebenso wie aus der EU, kein Zurück auf dem Weg zur gemeinsamen Vision Europa. Nur hier wie da versprach man sich: Bis dass der Tod uns scheidet. Doch wie hoch ist eigentlich die Lebenserwartung einer rein vertrauensbasierten Währung? Im Schnitt konnte man eine Währung, die nicht aus Gold und Silber bestand oder durch diese gedeckt war, nach ihrer Einführung rund 30-40 Jahre nutzen, bevor man sie reformieren, abwerten oder gleich ganz austauschen musste. Und so ist seit der exklusiven Geltung von Schuldgeld das Vertrauen in die das Geld stützenden Institutionen überlebenswichtig geworden, da nur dieses Vertrauen der Garant für die Geldwertstabilität ist und eben nicht der Wert des Goldes oder Silbers.

 

Euro in Gold

 

Nicht zuletzt aus der Perspektive der Geldgeschichte bietet sich ein Vergleich mit Gold an. In der unten stehenden Grafik wird sichtbar, dass dem Euro gegen Gold bis zu seinem Allzeithoch von 1386,32 Euro für 1 Unze Gold noch knapp 1,6 % fehlen. Charttechnisch ist die lange Konsolidierung zwischen dem Allzeithoch im Oktober 2012 und heute ein Hinweis auf die Stärke eines potenziellen Kaufsignals für Gold bei dessen Überwinden nach 7 Jahren Seitwärtsbewegung.

 

Gold in Euro

 

Euro in Schweizer Franken

 

Ein zweiter Hinweis ist das Verhalten des Euro gegen andere bedeutende Fiatwährungen im Schuldgeldsystem. Ein Blick auf die Entwicklung des Schweizer Frankens zum Euro zeigt, dass der Euro wie zuvor schon gegen die D-Mark spätestens seit der Finanzkrise 2008 seinen Abwärtstrend gegen den Franken verstärkt hat.

 

Euro Franken Trend

 

Euro in US-Dollar

 

Ein dritter langfristiger Blick auf den Euro aus Sicht des US-Dollar zeigt, dass der Euro auch gegen den US-Dollar seit der Finanzkrise zur Schwäche neigt, die sich seit Ende 2018 akzentuiert hat, nachdem der Euro in der Widerstandszone gescheitert ist, die sich nach seinem Absturz Ende 2014 gebildet hatte. Sollte der Euro nun nicht genug Kraft haben, wenigstens in der wichtigen Unterstützungszone um 1,03 Dollar hängen zu bleiben, droht ihm ein Absturz bis zu den Tiefstkursen vom Oktober 2000.

 

Euro in USD

 

Fazit: Der Euro steht aus Sicht historisch bewährten Geldes wie Gold kurz vor einer Schwelle, die mit einem signifikanten Bruch des Vertrauens in ihn verbunden sein könnte. Nach Auslösern muss man nicht lange suchen. Ein Blick auf den Euro STOXX Banken oder den Chart der Deutschen Bank in Kombination mit einem Abschwung im Konjunkturzyklus reicht völlig aus.

Der Schweizer Franken empfiehlt sich aufgrund seiner deutlich stabileren politisch-institutionellen Qualität als relative Alternative. Strategisch senden die Kapitalmärkte seit Ende 2014 zudem das Signal, dass verstärkt Kapitalströme aus dem Euro in den US-Dollar fließen. Dies liegt aber wohl nicht nur an der Zinsdifferenz. Sollte die EZB unter ihrer neuen französischen Präsidentin ab Oktober das tun, was man von ihr in Krisen erwartet, sollte Geldwertstabilität bald die goldene Himbeere im lauwarmen Western der ewigen Eurozonen-Liebesheirat erhalten. Oder mit den Worten von John Wayne, der sie von den Dakota borgte, würde man sagen: ,,Wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen.‘‘

 

18.08.2019 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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