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Der US-Dollar erstarkt

Euroraum und Euro schwach

 

Der Euro ging heute nach den neuesten Zahlen zur europäischen Industrieproduktion erst einmal auf Tauchstation gegen den US-Dollar, aber auch den Schweizer Franken.

Diese ist im Dezember so stark gefallen wie seit Februar 2016 nicht mehr.

Die Industrieproduktion lag im Dezember 2019 um 2,1 % unter dem Vormonat, wie Eurostat heute mitteilte. Vor allem bei Investitionsgütern, die als wichtiger Gradmesser für die Konjunktur gelten, gab es ein sattes Minus von 4 %. Die Daten zeigen erneut, dass die Konjunktur in der Eurozone weiter verwundbar ist.

 

Dollar kurzfristig

 

Daraufhin unterschritt der Euro gegen den US-Dollar sein Zwischentief vom Oktober 2019 bei 1,08791 Dollar je Euro (blaue Horizontale).

Selbst wenn der Schlusskurs darüber liegen sollte, der technische Schaden ist angerichtet.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Natürlich können die Notenbanken, zumal in konzertierter Form, jederzeit in den Devisenmarkt intervenieren und den Euro ,,aufpeppen‘‘. Sollten die Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone aber in den nächsten Tagen und Wochen von weiteren Indikatoren bestätigt werden, ist mit einem weiteren Rückgang des Euro zu rechnen.

 

US-Dollar mid term

 

Die im zweiten Chart gestrichelt eingezeichneten Unterstützungen sind dann das nächste Etappenziel. Da die Strategie der EZB erst noch überarbeitet wird und eine neue noch nicht beschlossen ist, hängen die Marktteilnehmer in den Seilen, was die Geldpolitik mittelfristig betrifft. Es ist also aus taktischer Perspektive nicht unwahrscheinlich, dass die Unklarheit über die Ausrichtung  d3er Geldpolitik im Euroraum zusätzlich belastet.

 

Dollar long term

 

Sollte allerdings der Tiefstkurs vom 03.01.2017 bei 1,03402 unterschritten werden, dann kommt charttechnisch erst einmal ein tiefes Loch. Denn die runde Marke von 1 Dollar für 1 Euro ist charttechnisch keine wirklich starke Unterstützung. Als nächste halbwegs signifikante Unterstützung kommt erst wieder die Marke von 0,95 Dollar für einen Euro in Betracht. Dies liegt rund 12,5 % unter dem aktuellen Kurs.

 

Fazit

 

Der Euro gerät charttechnisch gegen den US-Dollar, aber auch gegen den Schweizer Franken, zunehmend in die Bredouille. Sollte sich diese Schwäche fundamental verfestigen, sollte man mit einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung rechnen.

 

 12.02.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de






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