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Evotec: Warum zündet die Kursrakete nicht?

Was hat der Biotechwert falsch gemacht?

 

Mit Spannung  war zur Wochenmitte die Halbjahresbilanz des deutschen Biotech-Stars EVOTEC erwartet worden. Und das Unternehmen konnte liefern. Denn im ersten Halbjahr verdiente EVOTEC deutlich mehr. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn auf Basis EBITDA erreichte dabei einen Zuwachs um 51 % auf 58,2 Millionen Euro. Die zugrunde liegende Marge kletterte von zuvor 21,6 auf 28,1 %.

Die Grundlage dafür lieferte ein um 16 % auf 207,1 Millionen Euro verbesserter Umsatz. Hier profitierte EVOTEC unter anderem auch von deutlich gestiegenen Einnahmen aus Meilensteinzahlungen, Abschlagszahlungen und Lizenzen, die sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23,2 % auf 19,1 Millionen Euro verbesserten. Sowohl Umsatz als auch EBITDA lagen dabei klar über den Markterwartungen.

Und EVOTEC lieferte noch mehr ab. Denn für das Gesamtjahr kam die von allen Seiten erhoffte Prognose-Anhebung. So rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzplus von rund 15 % (bislang 10 %), das EBITDA soll um mehr als 10 % steigen. Hier lautete die bisherige Wortwahl „rund“ 10 %. Das genügte zumindest in der Eröffnungstendenz am Mittwoch für ein kräftiges Plus, was allerdings den Tag über nicht gehalten werden konnte.

 

Was hat EVOTEC falsch gemacht?

 

Warum? Der Teufel steckt hier wohl wieder einmal im Detail. Denn nur bestätigte Erwartungen gelten an der Börse meist nicht viel. Zumal bei einem Wert, der in den letzten Monaten schon viele Vorschusslorbeeren einsammeln konnte, was sich auch in einer deutlich erhöhten Bewertung niederschlägt. So liegt das geschätzte Kurs-Umsatz-Verhältnis für dieses Jahr beim 8,8fachen und das geschätzte KGV bei fast 61.

Natürlich sind solche Zahlen immer auch in der Branche und gegenüber dem Wachstumspotential einzuordnen. Für EVOTEC bedeutet das letztlich, dass hier zwar keine eklatante Überbewertung zu erkennen ist, aber eben auch nur kurzfristig beschränktes Potenzial. Deshalb litt die Aktie am Mittwoch auch unter deutlichen Gewinnmitnahmen.

 

Gefährliche Charttechnik

 

Nun dürfte die Charttechnik das Wort haben. Denn einerseits ist die Aktie mit dem aktuellen Abschlag auf ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 100 Tage gelandet. Sollte dieses Niveau nicht verteidigt werden können, droht mindestens ein weiterer Rückgang in Richtung 200-Tage-Linie, die derzeit bei 21,69 Euro verläuft. In diesem Bereich bis runter auf rund 20,50 Euro würden allerdings noch einige Unterstützungszonen warten.

Fazit: Auch wenn wir uns eine positivere Reaktion der Börse auf die Zahlen gewünscht hätten, so sind die Gewinnmitnahmen sicherlich nachvollziehbar. Zumal am Mittwoch die Konjunktursorgen in Deutschland für ein kräftiges Minus im Gesamtmarkt gesorgt haben. Für unsere Positionierung in EVOTEC heißt das, dass wir die Aktie derzeit zum Halten empfehlen mit Hinweis auf den Stopp-Loss bei 22,45 Euro, den wir im spekulativen Musterdepot für diese Position angelegt haben.

 

Kursverlauf Evotec

 

14.08.2019 - Carsten Müller - cm@berneckerresearch.de

 







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