für PDF-Download bitte anmelden

Baut Freeport McMoran einen großen Doppelboden?

Kommt Freeport McMoran aus der Kuhle?

 

Die weltpolitische Gemengelage ist derzeit so unklar wie selten zuvor. Dies färbt wesentlich auf diejenigen Branchen ab, die zentral für das Wachstum insbesondere des sekundären Sektors sind. Denn viele der weltweit neu aufgelegten Regierungsprogramme verorten einen Stau oder Nachholbedarf an Investitionen in Infrastruktur. Und dies geht nun einmal nicht ohne Bodenschätze wie Kupfer, Aluminium, Eisenerz und für höherwertige Wertschöpfungskette, Silber.

Und obwohl der Handelskonflikt zwischen China und den USA einer Lösung harrt, die zunehmend Teil von Wahlkampfstrategien in den USA wird, kann die Weltwirtschaft nicht darauf warten. Zudem zeigt das Beispiel Indonesien, dass die USA die Ideen strategischer Handelspolitik nicht gepachtet haben. Das Angebot zu verknappen, um die einheimische Wirtschaft anzukurbeln, ist eine sich weiter ausbreitende Strategie, um ein größeres Stück vom Kuchen internationaler Wertschöpfungsketten abzubekommen.

 

Risiken einer Angebotsverknappung

 

Hinzu kommt noch ein zweiter Faktor: Viele große Rohstoffunternehmen haben für die nächsten Monate eine eher rückläufige Fördermenge ihrer Rohstoffe verkündet. Dies ruft in Erinnerung, dass es auch noch so etwas wie Angebotsinflation gibt. Denn verknappt sich die angebotene Menge oder steigen die Kosten für sie durch externe Faktoren (vgl. Chile und Kupfer!), so spielt die Preiselastizität der Nachfrage eine bedeutende Rolle für die Frage, wie hoch der Knappheitspreis dann steigt. Zur Erinnerung: Vor einigen Wochen wies die International Copper Supply Group darauf hin, dass der Kupfermarkt ein seit Monaten anhaltendes Angebotsdefizit aufweist.

Denn man stelle sich nur einmal die gar nicht so unrealistische Lage vor, dass die vielen Nachfrage-Investitionen, welche von billigem Geld und der autonomen Staatsnachfrage angekurbelt werden, auf ein sich verknappendes Angebot treffen. Wir werden sehen. Dies ist natürlich ein Szenario, aber vor dem Hintergrund der verstärkten Rufe nach aktiverer Konjunkturpolitik, zuletzt durch die neue EZB-Präsidentin Lagarde, eines mit einer mittelhohen Eintrittswahrscheinlichkeit.

Nach interessanten Aktien, die von diesem Szenario profitieren, muss man nicht lange suchen. Zu ihnen gehört Freeport McMoran (US35671D8570). Das Unternehmen mit Sitz in Phoenix (Arizona) baut vor allem Kupfer und Gold in den Vereinigten Staaten, Peru, Chile, Indonesien und dem Kongo ab. Die Umsatzerlöse gliederten sich 2018 nach Produktfamilien wie folgt: Kupfer (70,3 %), Gold (16,2 %), Molybdän (6 %) und Sonstiges (7,5 %).

 

FCX Aktie

 

Bei diesem Fördermix wundert es nicht, dass die Aktie von Freeport McMoRan den massiven Schwächeanfall ab 2014 bis 2016 überproportional nachvollzogen hat. Seither konnte die Aktie sich nur mühsam erholen und baute im laufenden Jahr den zweiten Boden eines dreijährigen Doppelbodens (rote Bögen).

Interessant ist nun, dass die Aktie anschickt, den seit 2011 laufenden langfristigen Abwärtstrend (blaue Linie) zu überwinden (gelbes Rechteck). Dies würde mittelfristig deutlich höhere Kurse bedeuten. Die Chancen dafür steigen auch deshalb, weil der zweite Boden höher als der erste liegt und die Umsätze bei steigenden Kursen ebenfalls zulegen. Letzteres verringert die Gefahr eines Fehlsignals.

 

Fazit

 

Die makroökonomische Lage bietet Freeport McMoRan mittelfristig interessante Perspektiven, und zwar nicht nur im Falle einer Angebotsverknappung, die nicht durch einen wie auch immer gearteten Nachfragerückgang kompensiert würde. Die Charttechnik gibt diesbezüglich Signale, die man im Auge behalten sollte. Zudem ist die  Aktie von Freeport McMoRan für Szenario auch nur leicht anspringenden Nachfragewachstums aussichtsreich positioniert, weshalb sich die Aktie auch in unserem Themendepot Basis- und Edelmetalle befindet.

 

 

09.12.2019 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 









Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

 

0 Leser haben diesen Artikel von www.berneckerresearch.de auf einer Skala von 1 bis 5 mit durchschnittlich 0 Punkten bewertet.