für PDF-Download bitte anmelden

Globale Kupferförderung und der Chile-Faktor

Uneinheitliche Tendenz bei weltweiter Kupferförderung

 

Die politischen Turbulenzen in Chile haben die weltweite Kupferförderung deutlich beeinflusst. Dies ist allerdings wenig überraschend, denn Chile fördert das meiste Kupfer weltweit. Im Jahr 2018 wurden insgesamt rund 5,8 Mio. Tonnen Kupfer in Chile gefördert. Es folgten Peru mit 2,4 Mio. Tonnen, China mit 1,6 Mio. Tonnen, die USA mit 1,2 Mio. Tonnen und die DR Kongo mit ebenfalls 1,2 Mio. Tonnen. 2018 belief sich die weltweite Produktion auf rund 21 Mio. Tonnen Kupfer, womit Chile 27,6 % des globalen Fördervolumens an Kupfer erbrachte.

 

Weltweite Kupfervorkommen

 

Und Chile ist nicht nur der weltgrößte Förderer, es besitzt mit 170 Mio. Tonnen auch die weltgrößten Vorkommen. Deutlich geringer sind die Vorkommen dagegen in Australien und Peru. Gewonnen wird Kupfer aus Erzen, Kies und Sanden. Teilweise kommt Kupfer auch in gediegener Form vor.

Umso relevanter ist die Förder-, Transport- und Exportsituation von Kupfer in Chile. Die International Copper Study Group (ICSG) analysierte die Entwicklung für die ersten neun Monate 2019. Dabei zeigte sich, dass vorläufige Daten einen Rückgang der weltweiten Minenproduktion von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr anzeigen. Dabei überwog der Rückgang insbesondere in Chile die höhere Förderung in anderen Ländern, wo niedrigere Erzgehalte und zwischenzeitliche Produktionsunterbrechungen zu einem Rückgang von 0,3 % führten.

 

Divergente Förderbilanzen

 

Des Weiteren kam es auch in anderen bedeutenden Förderländern zu einem Produktionsrückgang. So sank die Produktion im mit 780.000 Tonnen achtgrößten Förderland Indonesien im Betrachtungszeitraum um 50 %, weil es in den beiden wichtigsten Minen des Landes zu Produktionsanpassungen kam. Im fünftgrößten Förderland Kongo ging die Förderung durch Minenstilllegungen um 3 % zurück, nachdem sie im Vorjahr noch um 13 % gestiegen war.

Während dessen konnten eine Anzahl bedeutender Kupferminen ihre Produktion in Australien, China, Mexiko und Peru insbesondere durch höhere Erzgehalte steigern. Hinzu kam, dass im März 2019 in Panama die Kupferproduktion in der ,,Cobre de Panama‘‘-Mine anlief, welche im Berichtszeitraum den größten Beitrag zum weltweiten Produktionswachstum leistete.

Auf regionaler Basis stieg die Produktion in Nordamerika um 4 %, um 1,5 % in Lateinamerika und um 6 % in Ozeanien, während sie in Asien um 6,5 %, Afrika um 2 % und in Europa ebenfalls um 2 % zurückging.

Wie neueste Zahlen andeuten, hats sich dieser Trend auch im November 2019 fortgesetzt. In Chile berichtete der weltgrößte Kupferproduzent, die staatliche Codelco, von einem Produktionsrückgang von 11 % auf 155.200 Tonnen. Der Betreiber der weltweit größten Kupfermine Escondida, BHP Group, meldete einen Rückgang um 1,5 % auf 103.200 Tonnen im November.

Die politische Situation in Chile dürfte sich bislang allerdings nur vorrübergehend beruhigt haben, denn die Chilenen werden erst im April 2020 über die neue Verfassung abstimmen. Bis dahin dürfte die Unsicherheit über zukünftigen Abbaubedingungen im In- und Ausland anhalten.

 

Kupfer

 

Der Kupferpreis hat sich in einer langfristigen Perspektive im Zuge der steigenden Unsicherheit in Chile von den Tiefstkursen des Jahres 2019 erholt und dabei seine mittelfristige Abwärtstrendlinie überwunden. Allerdings sind die Umsätze (noch) nicht auf einem Niveau, welches die Signifikanz für einen nachhaltigen Aufwärtsimpuls bietet. Denn der seit 2011 anhaltende Abwärtstrend bleibt nach wie vor intakt.

 

Fazit

 

Die weltweite Produktion von Kupfer ist bis Ende November 2019 leicht gesunken. Die Nachfragebedingungen im Kontext einer fragilen Weltwirtschaft lassen allerdings trotz langfristig zu erwartendem starken Bedarf derzeit keine mittelfristige Prognose zu. Eine Einigung im Handelskonflikt zwischen China und den USA dürfte das Sentiment allerdings deutlich aufhellen, eine sozial befriedende Einigung in Chile ebenso.

 

10.01.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

 

0 Leser haben diesen Artikel von www.berneckerresearch.de auf einer Skala von 1 bis 5 mit durchschnittlich 0 Punkten bewertet.