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BÖRSE TO GO - Tencent, K+S und Stratec Biomedical

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Wiederholt sich der Herbst 2018?

 

Guten Morgen,

die gegenwärtige Situation an den Weltbörsen erinnert an den Herbst 2018. Es sind dieselben Schlagwörter: Handelskonflikt, inverse Zinskurve in den USA, Rezessionsängste, Brexit. Und es sind dieselben Volatilitäten und Kursverläufe. Noch ist das Ausmaß nicht identisch mit denen des Herbstes, aber das Stimmungsbild passt.

Was anschließend erfolgte ist noch nicht vergessen. Ab Weihnachten folgte eine fulminante Erholungsrally die nur sehr wenige erwartet hatten. Wir hatten es erwartet, denn das typische Muster einer „V“ Formation war nicht schwer zu erkennen. Steht uns in diesem Herbst eine ähnliche Entwicklung ins Haus?

Die Lage an der Wall Street ist noch immer nicht kritisch. Auch wenn 700-800 Punkte erschrecken, der Blick auf den Dow Jone zeigt das zumindest aus technischer Sicht noch keine kritischen Grenzen erreicht worden sind. Erst wenn die mittlere Aufwärtstendenz unterschritten wird, wird es eng. Ferner sollte bedacht werden: Das Spiel mit der Volatilität hat in Zeiten von 0% Zinsen seinen Reiz. Wo sonst könnte man als Trader oder Hedge Fonds mehr Renditen erzielen als im Auf und Ab der Börse? Der kluge Investor lässt sich also von Stimmungen des Tages nicht aus der Fassung bringen.

 

Trump und Xi haben es in der Hand. Sie entscheiden wie es weitergeht und in welchem Tempo. Daher ist die Leitlinie eindeutig: Stockpicking bleibt das A und O bis eine Lösung gefunden ist und das „R“-Risiko abgebaut werden kann. 

 

Internetriese TENCENT öffnet die Bücher

 

Mit einigem Bangen hatte der Markt nach Fernost geschaut, wo die beiden Internet-Riesen ALIBABA und TENCENT ihre Quartalszahlen vorlegen können sollten. Während wir noch auf die Alibaba-Zahlen warten, hat TENCENT, die unter anderem das soziale Netzwerk WeChat (inklusive Bezahlfunktion) besitzt, seine Zahlen bereits präsentiert. Für das zurückliegende Quartal konnte der Konzern seinen Gewinn um fast 35 % auf 14,1 Mrd. Yuan, umgerechnet rund 3,4 Mrd. Dollar, steigern. Damit übertraf man den Marktkonsens, der bei 22,2 Mrd. Yuan gelegen hatte.

Profitieren konnte der Konzern dabei vor allem von seinem Spiele-Geschäft, wo die Umsätze um 8 % auf 27,3 Mrd. Yuan gesteigert werden konnten. Insgesamt zehn neue Spiele hatte der Konzern im zweiten Quartal lanciert, darunter einige sehr beliebte Anwendungen. Und auch für das neue Quartal stellt TENCENT weitere Blockbuster in Aussicht.

Jetzt kommt es darauf an, dass die Charttechnik nicht aus dem Ruder läuft. Das bedeutet, dass die Aktie ihre Unterstützungszone im Bereich von  320/325 HK-Dollar verteidigen muss. Für unsere Position im "Zürcher Trend" heißt das, vorerst halten mit weiterem Verweis auf den Stopp-Loss bei 314 HK-Dollar.

 

K+S gibt erst mal Entwarnung

 

Am deutschen Markt dürfte heute besonders interessant werden, wie sich K+S schlagen kann. Der Salz- und Kali-Produzent hat seit April wie etliche andere Werte auch einen deutlichen Korrekturkurs einschlagen müssen. Was damit zusammenhängt, dass man angesichts von Produktionsausfällen in Kanada sowie Sorgen um Wettereinflüsse mit schwächeren Ergebnissen im Markt rechnet. Dem hat K+S nun bei der Vorlage der Q2-Zahlen zumindest vorläufig ein eher positives Ergebnis entgegengesetzt.

So erreichte K+S eine Umsatzsteigerung um 8 % auf 879 Mio. Euro, während das operative Ergebnis um 24 % auf 130 Mio. Euro anstieg. Indes: Während man beim Umsatz leicht über den Erwartungen lag, blieb man beim operativen Gewinn etwas darunter. Außerdem bleibt der Ausblick für das Gesamtjahr eher schwierig. So hat das Unternehmen seinen Ausblick für das EBITDA von zuvor 700-850 Mio. Euro auf 730-830 Mio. Euro eingeengt. Das Problem dabei: Der Mittelwert von 780 Mio. Euro liegt unter den Durchschnittserwartungen der Analysten. Insofern ist relativ schwierig, wie eine weitere Tendenz bei K+S aussehen wird. Wir würden dafür plädieren, hier erst einmal weiter Abstand zu halten.

 

Medizintechniker überzeugt

 

Einen interessanten Ansatz liefert der Medizintechnik-Spezialist STRATEC BIOMEDICAL. Das Unternehmen, das vor allem für seine Laborgeräte bekannt ist, konnte im zurückliegenden zweiten Quartal den operativen Gewinn um rund die Hälfte auf 7,6 Mio. Euro steigern und damit sogar noch das Tempo aus dem ersten Quartal erhöhen. Netto verdiente STRATEC BIOMEDICAL 6,4 Mio. Euro bzw. 57 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um 27 % auf 62,7 Mio. Euro.

Und auch im Ausblick bleibt STRATEC BIOMEDICAL optimistisch. So bestätigte das Unternehmen die Prognose, den Umsatz um mindestens 12 % zu steigern. Besonders interessant allerdings die EBIT-Prognose. Hier geht die Firma weiterhin von einer bereinigten EBIT-Zielmarge von 14-15 % aus. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der Wert bei 11,5 %, immerhin schon 130 Basispunkte mehr als im Vorjahr. Daraus könnte sich für die Aktie nun eine gute Chance ergeben, nachdem sie seit April in einem Abwärtstrend steckt. Ob das unter den gegebenen Marktbedingungen gleich klappt, sei dahingestellt. Wir würden STRATEC BIOMEDICAL auf jeden Fall auf unserer Beobachtungsliste setzen.

 

15.08.2019 - Jens Bernecker - jb@berneckerresearch.de

 






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