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Nordex: Ist jetzt der Knoten wieder geplatzt?

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Turbinenbauer hofft auf starkes zweites Halbjahr

 

Die Aktie des Windturbinen-Herstellers NORDEX hat einige schwierige Monate hinter sich. Insbesondere im Juli war das Wertpapier regelrecht abgestürzt, nachdem frische Zahlen aus Deutschland zeigten, dass das Onshore-Geschäft mit Windkraftanlagen quasi zum Erliegen gekommen ist. Den Markt kümmerte es dabei nicht, dass sich NORDEX in den letzten Jahren zunehmend internationalisiert hatte. Vielmehr wurde geradezu ein Ausverkauf angestoßen. 

Das Ergebnis war, dass die Aktie bis auf ihre Unterstützungszone bei rund 9,60/9,70 Euro zurückgefallen war. Zur Erinnerung: Noch im April hatte das Papier in der Spitze 15,46 Euro gekostet. In dieser heiklen charttechnischen Situation wartete der Markt natürlich auch sehr gespannt darauf, wie die neuen Quartals- bzw. Halbjahreszahlen aussehen würden. Im Vorfeld hatte zwar NORDEX versucht, mit weiteren Aufträgen zu punkten, was allerdings in der Aktie verpuffte.

 

Erstes Halbjahr pfui, zweites hui

 

Auf den ersten Blick war die Halbjahresbilanz schlecht. Denn in den ersten sechs Monaten brach der operative Gewinn (EBITDA) von zuvor 38,4 Millionen Euro auf nur noch 17,1 Millionen Euro ein. Und das, obwohl im gleichen Zeitraum der Umsatz um wenigstens 3,5 % auf knapp 991 Millionen Euro zulegen konnte. Aber es zeigte, dass NORDEX wie andere Turbinenhersteller auch unter erheblichem Preisdruck stand. Denn die EBITDA-Marge verschlechterte sich von 4,01 % im Vorjahreszeitraum auf nur noch 1,72 %.

Allerdings: Am Markt wurde die Bilanzvorlage geradezu gefeiert, denn NORDEX lieferte nach der schwachen ersten Jahreshälfte nun einen deutlich optimistischeren Ausblick. Nach den berichteten Auftragseingängen, von denen inzwischen rund 40 % aus den USA und Europa und 21 % aus Lateinamerika kommen, rechnet NORDEX im zweiten Halbjahr mit deutlich mehr Installationen. Deshalb hat das Unternehmen nach eigenen Aussagen auch schon seine Produktion von Turbinen und Rotorblättern hochgefahren.

 

NORDEX bestätigt Prognose

 

Und was auch noch wichtig ist: Man hat die bisherige Jahresprognose erneut bestätigt. Diese geht von einem Konzernumsatz zwischen 3,2-3,5 Milliarden Euro aus. Die EBITDA-Marge soll dann zwischen 3-5 % liegen. Was nichts anderes heißt, als dass NORDEX hier eine richtig kräftige Aufholjagd im zweiten Halbjahr erwartet, was natürlich nun die Käufer in der Aktie wieder aktiviert.

Am Mittwoch konnte das Unternehmen (bis Reaktionsschluss) zweistellig zulegen und damit die schon angesprochene Unterstützungszone bestätigen und nach oben abdrehen. Nun kommt es in der Perspektive auf den Bereich um 12 Euro an, wo der nächste Widerstand wartet. Aus unserer Sicht hätte die Aktie durchaus Potenzial kurzfristig bis 14 Euro, was man für eine Trading-Spekulation nutzen kann. Ob NORDEX sich auch wieder für eine mögliche Position in unseren Musterportfolios qualifiziert, hängt aber davon ab, ob die Aktie in den nächsten Tagen den Rebound bestätigen kann.

 

Kursverlauf Nordex

 

14.08.2019 - Carsten Müller - cm@berneckerresearch.de

 






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