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Norwegische Krone vor neuem Abwärtsschub?

Norwegische Krone reagiert auf China

 

Die aus China kommende Coronavirus-Pandemie verunsichert zur Zeit die Weltmärkte. Denn so, wie China nach der Finanzkrise 2008/2009 die weltweite Nachfrage durch riesige Konjunkturprogramme anschob, wird es wohl diesmal nicht funktionieren.

Neben Kupfer, bei dem China rund die Hälfte der weltweiten Nachfrage auf sich vereint, ist es auch die Ölnachfrage, deren bisherige Prognosen ins Schwimmen geraten. Den China ist auch der weltweit größte Ölimporteur und Verbraucher von Rohöl.

Gerate erst hat Saudi-Arabien eine Reduktion der Fördermenge von 1 Mio. Barrel pro Tag gefordert, um die sinkende Ölnachfrage aufgrund der weltweiten Konjunkturabschwächung preistechnisch abzufedern. Doch das Ölkartell ist sich derzeit (noch) nicht einig über das weitere Vorgehen.

Aber auch andere Länder bekommen zu spüren, dass der Ölpreis allein im Januar 15 % gefallen ist. Zu diesen gehört an exponierter Stelle Norwegen.

Es überrascht deshalb nicht, dass die norwegische Krone in den letzten Wochen einen neuerlichen Schwächeanfall erlitten hat und nun kurz dem Widerstand vom Oktober 2019 steht.

 

Norwegische Krone mittelfristig

 

Aber nicht nur das. Die Krone steht damit auch vor einem neuen Allzeittief gegen den Euro. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der Krone gegen den Euro zeigt, dass die Krone Ende 2019 bereits ihr bisheriges Allzeittief gegen den Euro, welches vom Dezember 2008 stammt und bei 10,12 Kronen je Euro lag, überschritten hat.

Damit hat die norwegische Krone ein langfristiges Verkaufssignal gegeben. Die scharfe Korrektur vom Dezember 2019 erscheint aus heutiger Sicht als Bärenfalle bzw. ein Test des Ausbruchsniveaus auf Monatscandle-Basis.

 

NOK long term

 

Der langfristige Chart zeigt aber auch, dass die Krone bereits seit 2013 deutlich abgewertet hat. Zwar spielt hier auch der stark fallende Ölpreis im Zuge der Sanktionen gegen Russland nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim eine Rolle. Aber die Krone erholte sich auch bei dem dann wieder ansteigenden Ölpreis nicht substanziell.

Stattdessen schrammte sie mehrfach am bisherigen Allzeittief entlang, so etwa im Dezember 2014, im Januar 2016, im Dezember 2017 und im Dezember 2018. Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass es einen Drift der Krone gegenüber dem Euro gibt.

 

USDNOK

 

Dies verdeutlicht auch ein Blick auf die Entwicklung der Krone gegenüber dem US-Dollar. Hier erscheint die kurze Aufwertung der Krone im Dezember 2019 noch mehr als eine Konsolidierung des Ausbruchs.

 

Fazit

 

Die norwegische Krone hat mit ihrem deutlichen Reversal im Januar 2020 faktisch ihren Ausbruch gegen den Euro und den US-Dollar bestätigt. Sollte der Ölpreis, wie in unserm Beitrag zum Ölpreis vom 31.01.2020 beschrieben, nochmals nach Süden in Richtung 50 Dollar fallen, dürfte sich die norwegische Krone überproportional abschwächen. Denn die inländische Wirtschaft schwächt sich bereits ab, und die norwegische Zentralbank dürfte sich Zinsanhebungen deshalb wohl zweimal überlegen. Wir empfehlen deshalb, die norwegische Krone derzeit zu meiden.

 

 03.02.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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