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Osram nach der gescheiterten Übernahme

 

Nachdem der Übernahmeversuch des österreichischen Chipherstellers ams fürs Erste gescheitert ist, stellt sich nun umso drängender die Frage, welchen Weg der verlustschreibende Osram-Konzern einschlagen wird.

In der vergangenen Woche war ams mit einem Übernahmeangebot für Osram gescheitert, nachdem statt der geforderten 62,5 % nur 51,6 % der Aktionäre das Angebot angenommen oder direkt an ams verkauft hatten. Die Osram-Aktie war daraufhin wieder zurückgefallen.

 

Osram

 

Mit knapp 19,9 % der Aktien verfügt ams nun aber über einigen Einfluss bei Osram und dürfte auch einen Aufsichtsratssitz beanspruchen. Bei Überschreiten der Schwelle von 30 % Anteilsbesitz würde allerdings ein Pflichtangebot fällig.

 

Folgt ein neuer Anlauf von ams?

 

Der Angriff von ams könnte auch so noch nicht ganz abgeblasen sein: Denn der Chiphersteller könnte nach dem deutschen Übernahmegesetz umgehend einen neuen Anlauf zur Übernahme von Osram starten, obwohl nach einer gescheiterten Übernahme 12 Monate lang kein neues Angebot vorgelegt werden darf. Es würde demnach ausreichen, das neue Übernahmeangebot über eine andere Tochterfirma laufen zu lassen. Zum Zwecke der Osram-Übernahme hatte ams extra die Opal BidCo gegründet. Die Wartefrist im Übernahmegesetz beziehe sich nur auf dieses Unternehmen, bestätigte nun die Bafin.

Daneben ist eine verstärkte Zusammenarbeit beider Konzerne möglich, auch wenn man formal selbstständig bleibt. Osram-Chef Berlien hatte vergangene Woche diesbezüglich bereits eine ,,sinnvolle und für beide Unternehmen vorteilhafte Kooperation" vorgeschlagen.

 

Osram und AMS

Bildnachweis: © ams AG

 

Eine Rechnung mit vielen Unbekannten: So könnten die zuvor mit ihrem Übernahmeangebot unterlegenen US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle erneut aktiv werden und ein neues Angebot machen. Denn schließlich hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Osram deren Angebot ursprünglich gutgeheißen. Irgendwoher müssten ja die Investitionen, die der schnelle technologische Wandel erfordert, schließlich kommen, hieß es damals.

Fazit: Derzeit ist bei Osram vieles möglich, aber die Investitionen in Zukunftstechnologien erfordern eine Richtungsentscheidung, die das Geschäftsmodell auf solide Basis stellt. Je schneller, umso besser für Osram.

 

09.10.2019 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 







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