für PDF-Download bitte anmelden

Rand vor starkem Verkaufssignal

Südafrikanischer Rand wertet deutlich ab

 

Eigentlich ist die gerade von Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa wegen der Coronavirus-Krise beschlossene Ausgangssperre ab Donnerstag das Letzte, was das Land gerade gebrauchen kann.

Aber Südafrika scheint sich zum Corona-Herd Nr. 1 in Afrika zu entwickeln, weshalb die Ausgangssperre, die zunächst 21 Tage gelten soll, wohl mehr oder weniger sachgerecht ist. Im Zuge dessen werden Läden und Unternehmen mit Ausnahme von Apotheken, Banken, Supermärkten und Tankstellen geschlossen.

 

Südafrika in der Verflechtungsfalle

 

Angesichts der fehlenden Test-Kits ist von einer sehr hohen Dunkelziffer bei Infizierten auszugehen. Aktuell meldet die Corona-Statistik der John-Hopkins-Universität 554 Infizierte und keine Todesfälle. Aber das Gesundheitssystem Südafrikas ist bereits jetzt vollkommen überlastet. Die rund 7,7 Mio. HIV-Infizierten im Land, von denen viele auch Tuberkulose haben, sind als Risikogruppe besonders anfällig für schwere Krankheitsverläufe. Das Risiko eines unkontrollierten Ausbruchs von Covid-19 mit deutlich erhöhten Todesraten ist also für die 58 Mio. Einwohner des Landes signifikant.

Einen weiteren Schock auf die Güter- und Energieversorgung dürfte deshalb den südafrikanischen Rand weiter deutlich schwächen. Chart 1 zeigt die Entwicklung gegen den Euro. Dabei hat der Rand gerade ein neues Allzeittief notiert, und dies bei extrem hohen Umsätzen.

 

Euro in Rand

 

Aber auch gegen den US-Dollar sieht es nicht viel besser aus. Zwar sind die Umsätze geringer. Gleichwohl hat der Rand auch gegen den US-Dollar ein neues Allzeittief erreicht und dabei seit Anfang 2016 eine ausgedehnte umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet (s. Chart 2).

 

Dollar in Rand

 

Die dickere horizontale Linie zeigt den Monatsschlusskurs des bisherigen Allzeittiefs. Der aktuelle Kurs (rotes Rechteck) liegt derzeit deutlich über diesem Kurs, weshalb ohne eine massive Umkehr der Kapitalströme oder eine massive Intervention der Zentralbank auf Monatsschlusskurs-Basis in der kommenden Woche ein massives Verkaufssignal für den Rand gegeben werden dürfte.

 

Fazit

 

Neben hoher Überschuldung und Korruption, permanentem Energie- und Wassermangel sowie sozialen Konflikten ist Südafrika nun auch noch mit dem Coronavirus-19 konfrontiert. Jede Kontraktion der ohnehin schon schwachen Wirtschaft dürfte zu einer weiteren deutlichen Abwertung des südafrikanischen Rands führen. Wir empfehlen deshalb, diesbezügliche Positionen abzusichern.

 

24.03.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur