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World Gold Council zum globalen Goldmarkt 2019

Globale Goldminenproduktion sinkt 2019 erstmals seit 2008

 

Der World Gold Council gab Ende vergangener Woche seine ersten Zahlen zur Entwicklung der Goldnachfrage im 4. Quartal 2019 und im Gesamtjahr 2019 bekannt. Ein für Goldinvestoren positives Jahr, denn der Goldpreis legte 2019 um 18,3 % in US-Dollar zu und erreichte in vielen anderen Währungen wie dem Euro, der indischen Rupie und der türkischen Lira neue Allzeithochs!

 

Gold

 

Dabei fällt auf, dass vor allem im 4. Quartal 2019 die Goldnachfrage deutlich sank. Die Gesamtnachfrage sank im Schlussquartal gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal um 19 % auf 1.045,2 Tonnen. Vor allem die Schmucknachfrage und die Nachfrage nach Goldbarren reagierte dabei auf den gestiegenen Preis. Dies lag ganz überwiegend an der negativ mit dem Goldpreis korrelierten Konsumentennachfrage Indiens und Chinas, die über 80 % des Rückganges der weltweiten Schmuck- und Investmentnachfrage ausmachten.

Allerdings erreichten die Zuflüsse von Gold-ETF’s und ähnlicher Produkte zum Jahresende 2019 ein neues Allzeithoch von 2.885,5 Tonnen. Sie legten im Jahresverlauf um 401,1 Tonnen zu. 26,8 Tonnen entfielen dabei auf das 4. Quartal.

 

Goldbarren

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Die Zentralbanken waren auch im letzten Jahr das zehnte Jahr in Folge Nettokäufer von Gold. Die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken wuchsen 2019 um 650,3 Tonnen. Dies ist zwar 1 % weniger als im Jahr 2018, allerdings der zweithöchste je erreichte Wert. Im 4. Quartal betrug der Zuwachs 109,6 Tonnen, was 34 % weniger war als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Das globale Goldangebot legte 2019 parallel dazu um 2 % auf 4.776 Tonnen zu. Entscheidend trug dazu ein Anstieg des Goldrecyclings um 11 % von 1.176,1 Tonnen im Jahr 2018 auf 1.304,1 Tonnen 2019 bei, da die Konsumenten vor allem im 2. Halbjahr 2019 bei steigenden Preisen ihren Goldschmuck verkauften.

Viel interessanter war hingegen die Nachricht, dass die Minenproduktion erstmals seit 2008 rückläufig war. Sie lag bei 3.463,7 Tonnen nach 3.509,3 Tonnen 2018 und damit 1 % niedriger.

Im 4. Quartal 2019 lag die geförderte Menge Gold mit 889,5 Tonnen sogar 2 % unter dem gleichen Vorjahreszeitraum.

In China, dem weltgrößten Goldproduzenten, schrumpfte die geförderte Goldmenge bereits das dritte Jahr.

 

Fazit

 

Während die preissensitiven Konsumenten Asiens auf die gestiegenen Goldpreis reagierten, kauften die Zentralbanken weiterhin deutlich zu. Zudem war 2019 die Nachfrage nach Schmuck und Goldbarren und -münzen zwar rückläufig. Dafür aber legten die Bestände leichter handelbarer Produkte wie Gold-ETF’s deutlich zu.

Mittelfristig dürfte die sinkende Minenproduktion deutlich an Einfluss gewinnen. Denn sollte sich die Vermutung eines ,,Peak Gold‘‘ als zutreffend erweisen, dürfte dies sowohl das Sentiment des Goldmarktes als auch die Dynamik an den Terminmärkten dauerhaft beeinflussen.

 

03.02.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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  • Helmut PielschGut. - 20.02.2020 00:07:54 Uhr


 

 

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