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DEUTSCHE BÖRSE, ALLIANZ: Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 23.02.2020

 

Im Zuge erneut wachsender Befürchtungen einer nachhaltigen globalen Wirtschaftsbelastung durch die Ausbreitung des Corona-Virus tendierten die internationalen Aktienmärkte in der vergangenen Woche deutlich schwächer. Belastend wirkten zudem überraschend schwache US-Produktionszahlen des Industrie- wie Dienstleistungssektors, die mit einem Wert des sog. Composite-Index von nur noch 49,6 zum ersten Mal seit Oktober 2013 eine Kontraktion der US-Wirtschaft (= Indexwert < 50) signalisierten.

In diesem Umfeld gab auch das Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV im Wochenverlauf (per 23.02.2020) um - 1,2 % nach. Die Nettoperformance (excl. Dividenden) seit Depotauflegung am 26.02.2019 beläuft sich auf Währungsbasis Euro nunmehr damit auf + 21,2 %. Bei Umrechnung in Schweizer Franken ergibt sich seit Depotstart derzeit eine Nettorendite von + 12,9 %.

Wesentlichste fundamentale Meldungen zu Titeln des Depots, von denen sich seit Kauf weiterhin 28 der 29 Titel im Plus befinden, waren in der vergangenen Woche die Vorlage von Quartalszahlen der DEUTSCHEN BÖRSE (DE0005810055; + 0,7 %) sowie der ALLIANZ AG (DE0008404005; - 0,4 %).

Die Aktie der DEUTSCHEN BÖRSE knickte zur Markteröffnung am 18.02. nach tags zuvor nachbörslicher Veröffentlichung der Zahlen zum 4. Quartal bis auf 147,40 Euro ein, beendete die Woche aber schließlich deutlich erholt bei 155,25 Euro und rangiert damit aktuell nur 2,3 % unter ihrem Rekordhoch von 158,90 Euro.

Die Ergebniszahlen zum 4. Quartal sowie Gesamtjahr 2019 erfüllten die Analystenerwartungen im Großen und Ganzen. So wurde im Gesamtjahr 2019 bei einem Anstieg des Nettoumsatzes um 6 % (der allerdings mit einem wenig erfreulichen 8-%igen Anstieg der operativen Kosten einherging) der bereinigte Konzernnettogewinn des gewöhnlichen Geschäfts gegenüber dem Vorjahr um 10 % von 1,0 auf 1,1 Mrd. Euro gesteigert. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) konnte zwar um + 8,0 % gesteigert werden. Allerdings präsentierten sich hier arrondierende Aktivitäten, wie z.B. das Fondsservicegeschäft (künftig noch verstärkt durch 51 %-Mehrheitserwerb des UBS-Fondscenters), die Devisenhandelsplattform 360 T, die Energiebörse EEX und die Verwahrstellen- und Abwicklungstochter Clearstream in 2019 deutlich profitabler als das traditionelle Handels-Kerngeschäft (XETRA, Präsenzbörse Frankfurt, EUREX), was leichte Fragen nach der aktuellen Ergebnisqualität der Deutschen Börse aufwirft.

Diese analytischen Vorbehalte korrespondieren auch damit, dass das Ergebniswachstum allein im 4. Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr auf nur noch + 2,3 % im Nettoumsatz sowie + 4,8 % im bereinigten Nettogewinn nachließ. Ebenso wenig erfreut zeigten sich die Analysten von der Tatsache, dass die Deutsche Börse ihre Dividendenausschüttung für 2019 lediglich um 7 % von 2,71 Euro auf 2,90 Euro je Aktie und damit unterproportional zur Ausweitung des Reingewinns anheben wird (vorherige Konsensprognose: 2,94 Euro / Aktie).

Enttäuschend fallen derzeit aus unserer analytischen Sicht ebenso die Verlautbarungen zur den mittelfristigen Ertrags- und Strategiezielen der Deutschen Börse aus. Denn nachdem der Konzern bereits 2019 entgegen seinen Ambitionen nach der 27 Mrd. USD-Megaübernahme des Datenbankanbieters REFINITIV durch die LONDON STOCK EXCHANGE (LSE) in der Marktkapitalisierungs-Rangliste der weltführenden Börsenbetreiber Ende nun auf Rang 5 zurückgefallen ist (hinter Chicago Mercantile Exchange, Intercontinental Exchange, Hongkong Stock Exchange und LSE), klingt ebenso das Ertragsziel für 2020 eines weiteren Nettoumsatz-Anstiegs um + 5 % sowie einer Reingewinnausweitung um ca. + 8,5 % kaum begeisternd. Denn letztere Reingewinnprojektion bedeutet nicht nur, dass der Konzern damit sein in 2018 (incl. 2020!) formuliertes 3 Jahres-Ziel einer jährlichen Reingewinnausweitung um 10 – 15 % nun nach unten revidiert, sondern auch, dass die Deutsche Börse damit dann seit 2018 (+ 17 %) und 2019 (+ 10 %) ein jährlich kontinuierlich nachlassendes Nettogewinnwachstum aufweisen würde.

Es bleibt daher abzuwarten, wie darüber hinaus die in 3 Monaten am 28.05. neu präsentierten Strategie- und Ertragsziele der Deutschen Börse bis 2023 ausfallen werden. Jedoch dämpfte auch in dieser Hinsicht CEO Theodor Weimer überschwängliche Erwartungen bereits in der Weise, dass die weitere Expansion der Deutschen Börse eher „evolutorischen“ Charakter haben werde, und akquisitorische Verwendungen des mittlerweile nun schon auf 2 Mrd. Euro angewachsenen Cash-Polsters auch weiterhin vor jeglicher übereilten oder zu teuren Investitionsentscheidung sehr genau geprüft würden.

Wir werden die weitere ertragsseitige wie strategische „Evolution“ der Deutschen Börse daher sehr genau im Auge behalten, bleiben in dem Titel aber bei einem aktuell angemessenen KGV (2020 e) von rd. 24,5 zunächst weiterhin engagiert.

 

Chart: DEUTSCHE BÖRSE gegen CDAX – Index

 

Chart: Deutsche Börse gegen CDAX - Index

 

Insgesamt positiv kam am Markt auch die Ergebnisvorlage der ALLIANZ AG am 21.02. an. Diese beförderte den Kurs der Aktie vorrübergehend auf ein neues Rekordhoch von bis zu 232,60 Euro, bevor der Titel doch der allgemeinen Marktschwäche am Freitag Tribut zollte, und die Woche mit einem leichten Gesamtminus auf einem Kursniveau von 230,70 Euro beendete.    

Gerade im 4. Quartal 2019 schnitt die Allianz AG gegenüber dem Vorjahr mit einem Umsatzanstieg um 6,9 % sowie einer Ausweitung des Nettogewinns um 9,4 % (auf 1,86 Mrd. Euro) deutlich besser ab, als von Analysten prognostiziert (Reingewinn-Konsensschätzung: nur 1,67 Mrd. Euro). Damit wurde im Gesamtjahr 2019 vor allem dank eines sehr erfreulichen 13,4 %-igen Betriebsgewinnanstiegs des Lebens- und Krankenversicherungsgeschäfts (Konzernumsatz-Beitrag: rd. 55 %) bei einem konzernweiten Umsatzanstieg um 7,6 % immer noch ein erfreulich hoher Nettogewinnzuwachs um + 6,1 % erzielt, obwohl in 2019 im Segment industrieller Schadensversicherungen eine Höherdotierung der Schadensreserven um rd. 600 Mio. Euro erforderlich wurde.  

Der Vorstand der Allianz AG nahm den aktuell sehr positiven Geschäftsverlauf daher auch direkt zum Anlass, ihre für 2020 bisher mit 11,5 Mrd. Euro bezifferte Erwartung des operativen Gewinns nunmehr auf 12,0 Mrd. Euro anzuheben (beide Kennzahlen im Rahmen einer Unsicherheitsspanne von +/- 500 Mio. Euro sowie vorbehaltlich unabsehbarer Großschadensereignisse).

Auch die leicht überproportionale Ausweitung der Dividendenausschüttung in 2019 um + 6,7 % auf 9,60 Euro je Aktie (= Dividendenrendite von 4,1 % auf aktuellem Kursniveau) begrüßten Analysten wie Investoren ebenso, wie die Ankündigung eines erneuten Aktienrückkaufprogramms in 2020 über 1,5 Mrd. Euro (= rd. 1,6 % der aktuellen Aktienmarktkapitalisierung).

Mit einem KGV (2020e) von nur rd. 11,5, gepaart mit einer Dividendenrendite (2020e) von rd. 4,5 %, bleibt die Aktie selbstverständlich auch weiterhin eine Kernposition unseres Strategiedepots AKTIEN KONSERVATIV.

 

 

24.02.2020 - Matthias Reiner - mr@berneckerresearch.de