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PUMA, COPART: Strategiedepot Aktien Spekulativ

Update zum Strategiedepot Aktien Spekulativ 23.02.2020

 

Infolge zunehmender Befürchtungen, die verstärkte Ausbreitung des Corona-Virus werde eine nachhaltige globale Wirtschaftsbelastung mit sich bringen, schwächten sich die internationalen Aktienmärkte in der vergangenen Woche deutlich ab.

Überraschend negative US-Zahlen des Industrie- und Dienstleistungssektor-Outputs, die mit dem sog. Composite-Index von nur noch 49,6 erstmals seit Oktober 2013 eine Kontraktion der US-Ökonomie (= Indexwert < 50) signalisierten, trugen ebenfalls zur Stimmungsverschlechterung an den Aktienmärkten bei.

Vor diesem Hintergrund gab auch das Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV im Wochenverlauf (per 23.02.2020) um - 0,6 % nach. Die Nettoperformance (excl. Dividenden) seit Initiierung des Depots am 26.02.2019 beträgt in Euro-Umrechnung somit aktuell + 20,9 %. Auf Währungsbasis Schweizer Franken konnte seit Depotauflegung eine Nettorendite von + 12,7 % erzielt werden.

Zu den relevantesten Unternehmensnachrichten innerhalb des Depots zählten in der vergangenen Woche insbesondere die Ergebnispräsentationen von PUMA (DE0006969603; starker Wochengewinn von + 9,9 %) sowie des weltgrößten, US-amerikanischen Betreibers von Automobil-Auktionsplattformen COPART INC. (US2172041061; erhebliche Kurseinbuße von - 7,8 %).

Der starke Kurssprung der PUMA-Aktie nach der Ergebnisvorlage am 19.02. war darauf zurückzuführen, dass der Konzern dank eines exzellenten 4. Quartals sowohl die eigenen Prognosen wie auch die der Analysten für das Gesamtjahr 2019 übertreffen konnte, und zusätzlich durchblicken ließ, trotz einer deutlichen Geschäftsbeeinträchtigung durch den Corona-Virus seit Februar an den Gesamtjahreszielen für 2020 zunächst unverändert festzuhalten.

Im 4. Quartal 2019 erzielte Kunden einen hervorragenden, währungsbereinigten Umsatzzuwachs gegenüber Vorjahr um + 18,3 %, der operative Gewinn (EBIT) schnellte gar um + 46,8 % nach oben. Dies entsprach einer nochmals deutlich verstärkten Wachstumsdynamik gegenüber dem Gesamtjahr 2019, das mit einer währungsbereinigten Umsatzsteigerung um + 16,7 % sowie einem Ausbau des EBIT um + 30 % auf 440 Mio. Euro beendet wurde. Gleichzeitig stieg der Nettogewinn im Gesamtjahr 2019 sogar um + 40 % auf 262 Mio. Euro. Hiermit wurden die vorherigen Unternehmens- wie auch Analystenprognosen für das Gesamtjahr 2019 deutlich übertroffen (Prognosen: währungsbereinigter Umsatzanstieg nur + 15 %; EBIT nur ca. 420 – 430 Mio. Euro).

Alle Regionen (allen voran jedoch die asiatischen Kernländer China und Indien) trugen nach Konzernangaben mit zweistelligen Wachstumsraten ebenso gleichmäßig zu dem starken Anstieg des Konzernergebnisses bei, wie dies genauso auch für alle 3 Produkt-Divisionen (Schuhe, Bekleidung und Accessoires) galt.

Für das Gesamtjahr 2020 peilt PUMA bislang einen weiteren Anstieg des währungsbereinigten Umsatzes um + 10 % sowie eine überproportionale Ausweitung des operativen EBIT-Gewinns um ca. + 16 % (Spanne 500 – 520 Mio. Euro an). Hierin sind zwar bereits negative Ertragsauswirkungen für das 1. Quartal durch die Ausbreitung des Corona-Virus einkalkuliert (per 19.02. waren 70 der 110 Puma-Stores in China sowie 85 % von Puma-Partnergeschäften geschlossen). Andererseits geht Puma in der Kalkulation seiner Jahresergebnisziele für 2020 aber auch generell davon aus, dass sich die Geschäftssituation in Gesamt-Asien trotz Ausbreitung des Corona-Virus „kurzfristig normalisieren“ werde (Konzernumsatzbeitrag Ende 2018: je ca. 12 % China sowie Asien ex China, d.h. Gesamt-Asien rd. 25 %).

Nach den aktuellen Tendenzen einer offenbar zunehmend pandemischen Ausbreitung des Corona-Virus über Kontinente hinweg, sowie der mittlerweile auch von zunächst 2 % nun auf über 3 % angestiegenen Todesfallrate gehen wir jedoch derzeit eher NICHT davon aus, dass ein hierzu zwingend erforderliches Abebben der Virenausbreitung - erst recht in China wie auch Gesamtasien - eine „kurzfristige Normalisierung“ der Geschäftslage für PUMA (wie auch alle anderen Konzerne mit starkem China/Asien-Exposure) mit sich bringen wird. Wir sehen daher auch weiterhin selbst bei PUMA ein erhöhtes Risiko, dass sich der Konzern aufgrund des Corona Virus-Effekts künftig zu einer Absenkung seiner Ergebnisprognosen für 2020 veranlasst sehen könnte.

Grundsätzlich korrespondiert das aktuelle Aktien-KGV (2020e / 2021e) von rd. 38 / 31 aber auch weiterhin angemessen mit den unverändert deutlich marktüberdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven des Konzerns, weshalb diese Position in unserem Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV zunächst unverändert beibehalten.

 

Chart: PUMA gegen CDAX - Index

 

Chart: Puma gegen CDAX-Index

 

Anders als im Falle von PUMA wurde die Ergebnisvorlage der COPART INC., dem weltgrößten Betreiber von Online-Auktionsplattformen für Automobile, am 20.02. mit einem erheblichen Kursabschlag von fast 8 % quittiert, obwohl der publizierte Umsatz des 2. Geschäftsjahresquartals 2019/20 (per 31.12.2019) marginal über, und auch der erzielte Nettogewinn exakt gleichauf mit den Analystenschätzungen gelegen hat. Wir sehen die scharfe Korrektur der Aktie daher derzeit auch im Wesentlichen mit ausgeprägten technischen Gewinnmitnahmen begründet, nachdem der Titel in einer fulminanten Rallye seit Anfang 2019 in der Spitze um nicht weniger als + 124 % zugelegt hatte.

Im 2. Quartal 2019/20 verbuchte der seit Jahren dauerhaft dynamisch wachsende Fahrzeug-Onlineverkaufs- und -Auktionsdienstleister, der in seiner Weltmarktführungsposition global in 11 Ländern mit 200 Service-Stützpunkten täglich rd. 175.000 Automobile anbietet (davon 81 % Umsatzanteil in den USA sowie u.a. auch in Deutschland), ein stattliches Umsatzwachstum um + 18,6 % auf 575 Mio. USD, während Analysten im Konsensus 572 Mio. USD erwartet hatten. Der Nettogewinn konnte im 4. Quartal, exakt wie von Analysten auch mehrheitlich vorausgeschätzt, sogar deutlich überproportional um + 25 % auf 65 Cts. je Aktie gesteigert werden – und dies sogar, obwohl aufgrund der starken Expansion des Konzerns gleichzeitig auch die operativen Geschäftsausgaben um + 14 % in die Höhe schnellten. So wurde innerhalb der aktuellen Auslandsregionen mit den stärksten Erschließungen neuer Märkte, nämlich Kanada und Europa, im 2. Quartal unter anderem der bereits bestehende Verkaufsstandort Berlin um nicht weniger als 90.000 qm erweitert. Daneben wurde im abgelaufenen Quartal ein weiterer Standort in München eröffnet, der auf einer Fläche von rd. 70.000 qm eine Stellplatzkapazität von rd. 1.800 Fahrzeugen bietet. Auch in Sachen weiterer Akquisitionen war Copart bis zuletzt sehr aktiv. So wurde zu Beginn des Geschäftsjahres mit Vincent Auto Solutions ein führender Kfz-Auktionsdienstleister im US-Bundesstaat Kentucky erworben, womit Copart ihre dort bereits bestehende, sehr lukrative Präsenz noch einmal deutlich verstärkte.

Auch im Falle von Copart steht das Aktien-KGV (2020e) von rd. 31 in unseren Augen aktuell voll in Einklang mit ihrer sehr konsequenten Wachstums- und Expansionsstrategie, so dass wir diese Position in unserem Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV ebenfalls beibehalten.

 

 

24.02.2020 - Matthias Reiner - mr@berneckerresearch.de