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BÖRSE TO GO - mit Commerzbank, Boeing und Stabilus

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Schaukelbörse dürfte noch Bestand haben

 

Guten Morgen,

der Handelskonflikt bzw. die einzelne Wortwahl bestimmen das tägliche auf und ab an der Börse mehr denn je. Mittlerweile wird jede Nachricht aus Peking oder Washington buchstäblich nach Worten und deren Aussagen seziert und wenn dann auch noch der Chef der Zentralbank das Wort ergreift, ist die Schaukelbörse perfekt. Die Details der „Gespräche“ zwischen den Kontrahenten wollen wir Ihnen an dieser Stelle ersparen, sie sind ohnehin überall zu lesen. Viel mehr interessiert uns, welche Hintergrundgedanken die Akteure antreiben. Sicher ist:

Trump muss demnächst liefern, will er seine Chancen für die kommende Wahl nicht erodieren. Noch liegt er weit vorne, doch die andauernden Spekulationen um sein Amt wirken, je länger sie andauern, belastend. Über die Rolle von Frau Elizabeth Warren hatten wir hier schon geschrieben. Die Chinesen wissen das und drängen ihrerseits den Präsidenten ebenfalls in die Enge, lassen ihm aber gerade noch so viel Luft, um nicht als Verlierer zu enden. Wer sich das Ganze aus der Distanz anschaut, stellt fest: Peking und Trump wollen dasselbe, nur findet sich noch keine für beide Seiten passende Verpackung.

 

White House

Bildnachweis: © Bernecker Research AG

 

Fed-Chef Powell ebnet derweil den Weg für weitere Maßnahmen, die Liquiditätsversorgung der Banken und der Wirtschaft zu stützen. Hier liegt zwar kein Notfall vor, aber seine Worte tragen dennoch dazu bei, die Volatilität aus den Märkten zu nehmen. Die Märkte sind also gefangen zwischen Hoffnung und Unsicherheit. Das Zünglein an der Waage dürften dann die anstehenden Unternehmensergebnisse sein.

Fazit zur Wochenmitte: Solange die technische Konstellation der Wall Street (siehe Chart gestern) intakt bleibt, gibt es keine Veranlassung die Linie zu ändern.

 

Autozulieferer in der Mangel

 

Heute knöpfen sich einige Analysten wieder den Bereich der Automobilzulieferer vor. Bei den bisherigen Verlierern des Tages sind Werte wie HELLA, CONTINENTAL und auch KNORR-BREMSE zu finden. Dies dürfte unter anderem auch im Zusammenhang mit einer Herabstufung des Zulieferers STABILUS durch Hauck & Aufhäuser stehen. Der zuständige Analyst ist der Meinung, dass das derzeit herausfordernde Umfeld bezüglich der Nachfrage nach hydraulischen Federn und Gasdruckdämpfern noch anhalten werde. Deshalb rechnet er damit, dass die Umsätze von STABILUS, die auch im SDAX notiert sind, länger als bislang erwartet zurückgehen werden.

Für STABILUS kommt die Herabstufung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Seit Juli hatte sich die Aktie wieder sichtbar holen können, musste aber zuletzt einen Pull-Back verkraften. Mit der Herabstufung auf Halten mit einem Kursziel von nur noch 48 Euro könnte es also in diesem aktuell angespannten Börsenumfeld schnell geschehen, dass wir hier wieder Kurse von 40 Euro oder sogar darunter sehen. Hier bleibt Vorsicht geboten.

 

Neue Spekulationen über die COMMERZBANK

 

Negative Schlagzeilen liefert auch wieder die COMMERZBANK. Das Handelsblatt will erfahren haben, dass im Zuge der Umstrukturierung inklusive Integration von Comdirect ein Arbeitsplatzabbau in vierstelliger Höhe zu erwarten ist. Es ist  ja schon bekannt, dass die Bank rund 250 Filialen schließen will. Auch ein umfangreicher Netto-Arbeitsplatzabbau von 4.000 war schon soweit bekannt. Die neue Meldung könnte also zum einen ein Non-Event sein, zum anderen natürlich auch Erwartungen schüren, dass es über die 4.000 hinausgeht, was weitere Unruhe ins Unternehmen bringen dürfte. Heute liegt die Aktie erwartungsgemäß im Minus. Wir bleiben bei unserer kritischen Begleitung.

 

Kursverlauf Commerzbank

 

BOEING verliert Anschluss

 

Während die beiden Flugzeugbauer BOEING und AIRBUS derzeit geradezu als Pfand bzw. Geisel (je nach Sichtweise) im Streit um Subventionen zwischen Europa und den USA vor der WTO benutzt werden, zeigt sich derzeit, dass bei BOEING erhebliche operative Schwächen weiter die Feder führen. So musste der amerikanische Hersteller für den abgelaufenen September melden, dass man nur 26 Flugzeuge ausgeliefert hatte. Im gleichen Zeitraum konnte der Wettbewerber AIRBUS 71 Maschinen ausliefern. Außerdem musste BOEING mitteilen, dass man für insgesamt 24 Bestellungen eine Stornierung erhalten hat.

Die Frage ist nun, wie der Markt damit umgeht, da die derzeitige Lage ja nichts Neues ist. Zuletzt hatte die Aktie sich kräftig erholen können, war allerdings im Bereich von 385 Dollar an einen Widerstand gestoßen und daraufhin leicht korrigiert. Die neuen Zahlen könnten womöglich weitere Gewinnmitnahmen nach sich ziehen. Hier gilt es, relativ diszipliniert zu bleiben. Deshalb ziehen wir unseren Stopp-Loss auf 353 Dollar nach.

 

09.10.2019 - Carsten Müller - cm@berneckerresearch.de

 







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Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

  • Klaus Dieter Wallen - 09.10.2019 21:33:26 Uhr

    Wie kommen Sie zur Aussage, dass Trump noch weit vorne liegt?
    Aktuell zeigen sämtliche Umfragen seine Herausforderer mit klarem Vorsprung in den wichtigen Swing States.


 

 

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