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BÖRSE TO GO - mit Zahlen von US-Banken, Nordex und Traton

Start in die Berichtssaison weitestgehend geglückt

 

Guten Morgen,

die Berichtssaison beginnt wie erwartet mit positiven Vorzeichen. Zwei von drei US-Banken konnten überzeugen, eine muss eine Schieflage abarbeiten:

JPMORGAN legte um 1,2%, nachdem die Quartalsergebnisse besser als erwartet ausgefallen waren. Der Gewinn stieg im vierten Quartal um 21% auf 8,52 Mrd. Dollar oder 2,57 Dollar pro Aktie, erwartet worden waren 2,35 Dollar. CEO Jamie Dimon betonte denn auch, die Bank habe im vierten Quartal Rekordumsätze erzielt, da die Erträge aus dem Anleihehandel um fast 90% (!) gestiegen seien.

 

Kursverlauzf JPMorgan

 

CITIGROUP legte ebenfalls um 1,6% zu, nachdem der Bankenriese die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Citigroup erzielte im vierten Quartal einen Gewinn von 1,90 Dollar je Aktie, geschätzt worden waren 1,84. Auch hier: Die Erträge aus dem Anleihehandel stiegen um 49% gegenüber 2018. Darüber hinaus verzeichnete die Bank steigende Umsätze im Privatkundengeschäft.

Volle Enttäuschung dagegen bei WELLS FARGO. Erneut wurde das Ergebnis durch Rechtskosten und niedrige Zinsen unter Druck gesetzt. Wells Fargo fiel um 5,4%, nachdem der Gewinn im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50% gesunken war und allein in den drei Monaten zum 31. Dezember Rechtskosten i.H.v. 1,5 Mrd. Dollar das Ergebnis drückten.

 

Banken mit guten Perspektiven

 

Erkenntnis: Als Universalbanken profitieren, sowohl JPMorgan als auch CITI, gleich in mehrfacher Hinsicht von Trumps "America First". Denn: Bei einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote von 3,5% fällt es Trump leicht, sein Wahlversprechen zu erfüllen und gleichzeitig die Konsumlaune und die Nachfrage nach Immobilien hoch zu halten. Das spiegelt sich auch im Privatkundengeschäft der Banken wider. Und: Die letzte Zinssenkung hat dazu beigetragen, dass insbesondere das Geschäft mit Konsumentenkrediten boomt. Laut einer Studie der Fed summierten sich die 2019 ausgereichten Kredite per Ende Dezember auf 1,2 Bill. Dollar, was im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs um 13% entsprach. Auch das Kreditkartengeschäft blüht, das Investmentbanking sowieso.

Heute stehen GOLDMAN SACHS, BANK OF AMERICA, BLACKROCK und ALCOA auf der Agenda.

Am deutschen Markt lässt man es heute erst einmal etwas ruhiger angehen. Händler verweisen auf die Unterschriftszeremonie beim Deal USA/China. Hier gab es zuletzt bekanntlich neue Unsicherheiten bezüglich des Zeitpunktes, wann die Strafzölle gegen China einkassiert werden sollen. Außerdem, wie wir auch im letzten Zürcher Trend schon geschrieben haben, wollen die Anleger erst mal sehen, dass die Tinte unter den Verträgen überhaupt trocken wird.

 

NORDEX punktet bei Auftragseingängen

 

Auf Unternehmensebene gibt es heute für jeden etwas. Zu den positiven Highlights gehört dabei sicherlich erneut NORDEX. Der Windturbinen-Hersteller hat seine Auftragseingänge für das vergangene Jahr konkretisiert. Dabei erreichte man mit einem Auftragsvolumen von 1.616 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 6.207 MW eine Gesamtsteigerung um 31% zum Vorjahr. Einziger kleiner Misston: Im Schlussquartal 2019 musste NORDEX einen Rückgang bei den Aufträgen um 12% zum Vorjahresquartal hinnehmen. Dies dürfte allerdings wohl eher saisonalen Charakter haben.

Damit wird es in der Aktie immer interessanter. Denn NORDEX bewegt sich nun auf einen möglichen Break des kurz- bzw. längerfristigen Abwärtstrends zu. Ein Ausbruch würde hier sicherlich neue Kräfte entfalten. Wir würden allerdings hier für neue und Nachkäufe abwarten wollen, bis die Widerstandszone bei 13 Euro geknackt worden ist.

 

Kursverlauf Nordex

 

TRATON mit neuem Sparplan?

 

Zahlen und Einschätzungen kam auch vom Lkw-Hersteller TRATON. Die VOLKSWAGEN-Tochter konnte im vergangenen Jahr ihre Absatzzahlen um 4% steigern. Daraus resultiert, dass man auch bei der operativen Rendite erwartet, die Ziele für das letzte Jahr erreicht zu haben. TRATON hatte hier eine Spanne zwischen 6,5-7,5% ausgegeben. Indes:

Für das neue Jahr ist TRATON eher vorsichtig. So rechnet das Unternehmen damit, dass die Absatzschwäche insbesondere im europäischen Markt (Lkw über 6 t) weiter anhält und der Markt um weitere 10-20% schrumpfen dürfte. Etwas kryptisch äußerte sich TRATON diesbezüglich, dass man weitere Maßnahmen vorbereitet „in Abstimmung mit allen relevanten Interessengruppen“. Für uns übersetzt heißt das, dass der Konzern wohl ein neues Spar- bzw. Effizienzprogramm plant.

Von der Charttechnik her ähnelt TRATON überraschenderweise der von Nordex. Auch hier geht es demnächst wohl um einen Break-Versuch des längerfristigen Abwärtstrends. Anleger sollten sich allerdings mindestens gedulden, bis die Marke von 25 Euro nachhaltig überwunden werden konnte.

 

Kursverlauf Traton

 

15.01.2020 - Jens Bernecker - jb@berneckerresearch.de

 









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