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BÖRSE TO GO - mit SMI, Zalando und Immobilienaktien

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Die Märkte schauen wieder auf die Fed - trotz Saudi-Arabien

 

Guten Morgen,

morgen entscheidet die Fed über weitere Maßnahmen am Zinsende und bis dahin bleiben die Märkte in Wartestellung. Als abgemacht gilt eine Senkung um 0,25 Prozentunkte, aber die eigentliche Frage ist, was im Verlauf der kommenden Monate zu erwarten ist. Wir vermuten, dass Fed-Chef Powell geneigt sein dürfte, weitere Senkungen rasch folgen zu lassen, um möglichst zügig auch die inverse Zinskurve verschwinden zu lassen. Zwar sind die Wirtschaftsdaten der USA dafür noch zu gut, doch wird die Fed sich am Ende nicht sagen lassen wollen, dass sie zu Beginn zu zaghaft unterwegs war. Die Börse wird also erneut auf das achten, was Powell im Wortlaut verkündet.

 

Dollarscheine

Bildnachweis: © Bernecker Research AG

 

Daran ändert auch die Lage im Saudi-Arabien nichts. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump vor einem Wahljahr eine kriegerische Auseinandersetzung oder einen Vergeltungsakt zu Gunsten seiner Freunde in Saudi-Arabien am Golf riskiert, ist recht gering - zu groß ist das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation. Bislang punktet Trump bei seinen Wählern, in dem er sich an seinen Wahlversprechen messen lassen will – ein Krieg passt da nicht rein. Dennoch: Die USA müssen aufpassen, dass sie nicht reingezogen werden.

Die Börsen reagierten sehr gelassen auf diese Nachrichten. Nach den Kursavancen der letzten Wochen wurden nur Gewinne abgesichert und die überkaufte Marktlage abgebaut – eine gute Entwicklung, um nach einem weiteren Zinssignal neuen Schwung zu sammeln. Wir bleiben daher wie schon gestern zu Wochenbeginn auf Kurs.

Solange die Markttechnik der wichtigsten Indices intakt bleibt, laufen die Trends unverändert in jene Richtung, welche wir für diesen Herbst und Jahresende prognostiziert hatten. Die nächsten faktischen Erkenntnisse liefert ohnehin die Berichtssaison zum Ende des 3. Quartals. Und in den kommenden Ausgaben der Börsenbriefe liefern wir weitere Hintergründe dafür, warum die Wall Street nicht nur die alten Rekorde erreichen wird, sondern diese auch recht bald deutlich überschreiten wird.

 

Schweiz bleibt obenauf

 

Die Diskrepanz zwischen dem, was auf der ökonomischen Seite derzeit passiert und den Schlussfolgerungen, welche die Börse daraus zieht, ist nicht nur an der Wall Street erkennbar, sondern beispielsweise auch in unserem Fokus-Markt Schweiz. Das unter derzeit besonderen Vorzeichen. Denn die Schweizer Regierung hat gerade ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr spürbar zurückgenommen. So rechnet das Wirtschaftssekretariat Seco derzeit nur mit einem Anstieg des BIP um 0,8 %. Zuvor lautete die Prognose 1,2 %. Immerhin: Die 1,7 %, die man für das nächste Jahr prognostiziert, wurden beibehalten.

Was macht die Börse daraus? Der SMI hält sich weiterhin um die Marke von 10.000 Punkten, wenn auch sehr knapp. Selbst einen Rückfall in den Bereich von 9.500-9.600 Zählern würden wir hier noch unter das Thema Konsolidierung stellen. Dabei ein aktueller Zwischenbeleg, der recht interessant ist. Denn in den letzten vier Wochen waren es vor allem die beiden Großbanken CREDIT SUISSE und UBS, welche das Performance-Tableau anführten. Die beiden Schwergewichte NOVARTIS und NESTLÉ mussten dagegen in Summe Abgaben verzeichnen. Insofern kann man hier sicherlich davon ausgehen, dass derzeit das Zepter von den zyklischen Werten und weniger von den defensiven Aktien geschwungen wird.

 

Chartverlauf SMI

 

Immobilienwerte gefragt

 

Ein Blick nach Deutschland. Dort können heute insbesondere Immobilienwerte aus der zweiten Reihe auftrumpfen. Das gilt einerseits INSTONE, die per Redaktionsschluss mit gut 8 % im Plus lagen. Der Immobilienentwickler konnte für das laufende Jahr die Prognose deutlich anheben, was an einem größeren Grundstücksdeal liegt. Ebenfalls deutlich im Plus ADO PROPERTIES. Der SDAX-Wert hat Verhandlungen über mögliche Immobilienverkäufe bestätigt. Das hilft der Aktie heute um mehr als 4 % nach oben. Und auch die DIC ASSET ist mit einem Plus von 2,5 % immer noch gut unterwegs. Hier hilft eine neue Kaufempfehlung durch die Baader Bank.

 

ZALANDO im Ausverkauf?

 

Weniger Glück hat heute der E-Commerce-Händler ZALANDO. Die Aktie geht heute um fast 10 % in die Knie. Grund ist, dass sich der Großaktionär KINNEVIK AB von einem weiteren Aktienpaket getrennt hat. Konkret geht es um 13,13 Millionen Aktien, was einem Anteil von 5,2 % am ZALANDO-Grundkapital entspricht. Gemessen an den bisherigen Anteilen von KINNEVIK sind es fast 17 %. Der Investor hält jetzt noch 25,8 % und hat sich zu einer weiteren Haltefrist von sechs Monaten verpflichtet.

Begründet wurde der Teilverkauf damit, dass die Position von ZALANDO im Portfolio von KINNEVIK nach dem sehr guten Lauf der Aktie zu groß geworden wäre. Das kann man durchaus nachvollziehen. Investoren sollten allerdings darauf achten, dass der in diesem Jahr noch bestehende Aufwärtstrend nicht gebrochen wird. Ansonsten wäre es sinnvoll, hier zumindest entsprechende Engagements zu reduzieren.

 

Kursverlauf Zalando

 

17.09.2019 - Jens Bernecker - jb@berneckerresearch.de

 







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