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BÖRSE TO GO - mit Deutsche Telekom, LPKF Laser und Exasol

Marktverluste sollten noch nicht aufregen

 

Guten Tag,

die Märkte schleppen sich etwas angeschlagen in Richtung Wochenende. Dabei lieferte die Wall Street gestern die Vorlage, nachdem die Kurse dort auf breiter Front abgaben. Erneut wurden hier natürlich die unsicheren Perspektiven bezüglich der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie als Grund für die Verkäufe genannt. Aber natürlich muss man hier auch sehen, dass dieses Argument sehr wohlfeil ist für Gewinnmitnahmen, nachdem die Märkte ja erst wieder kürzlich neue Rekordstände verbuchten.

In Europa und speziell Frankfurt setzen sich natürlich die Verluste fort. Aber auch hier aus unserer Sicht eher undramatisch und wohl mehr auch dem Karneval geschuldet, der seit gestern große Teile der Republik im Griff hat. Hier dürften entsprechend die Handelsumsätze eher überschaubar bleiben. Deshalb ganz grundsätzlich: Auch die aktuellen Verluste geben keine wirkliche Trendaussage.

 

DEUTSCHE TELEKOM setzt sich durch

 

Einen weiteren Erfolg im Zusammenhang mit der geplanten Fusion der US-Tochter T-MOBILE US mit SPRINT kann die DEUTSCHE TELEKOM verbuchen. Nachdem ein Bundesrichter in Amerika ebenfalls die Fusion genehmigt hatte, hatte der deutsche Telekomanbieter schon angekündigt, dass man die Bedingungen der Fusion nachverhandeln wolle. Was durchaus nachvollziehbar war, nachdem im vergangenen Jahr SPRINT nicht nur aktientechnisch, sondern auch fundamental deutlich unter Druck geraten war.

Die neuen Bedingungen: Die DEUTSCHE TELEKOM wird als Muttergesellschaft der neuen T-MOBILE US rund 43% halten. Das ist ein Prozent mehr als ursprünglich vereinbart. Demgegenüber wird der bisherige SPRINT-Großaktionär SOFTBANK statt 27% nur 24% halten. Dies ist letztlich das Ergebnis davon, dass SOFTBANK mehr geschäftliche Risiken zugeordnet werden. So geben die Japaner ihre Aktien zu einem günstigeren Umtauschverhältnis ab. Außerdem werden 48,8 Millionen Aktien der neuen Gesellschaft an T-MOBILE US abgegeben. Nur wenn bestimmte Kursziele erreicht werden, sollen diese Aktien zurückgegeben werden. 

Für die Aktie der DEUTSCHEN TELEKOM gibt das zwar heute keinen neuen Impuls. Nach der fast senkrecht aufwärtsgehenden Rallye der letzten Tage ist das allerdings kein Wunder. Hier muss erst mal generell das erreichte technische Niveau konsolidiert werden. Aber natürlich bestätigt der Erfolg bei den Nachverhandlungen unser bisheriges Kauf-Votum.

 

Kursverlauf Deutsche Telekom

 

LPKF mit Warnung

 

Dass es richtig ist, sich bei Investmententscheidungen - zumal eher längerfristig ausgelegten - selbst nicht unter Druck zu bringen, hat sich wieder einmal bewahrheitet, diesmal bei LPKF LASER & ELECTRONICS. Denn das Technologieunternehmen erschreckte heute Morgen die Anleger mit einem ersten Einblick in die zu erwartenden Zahlen für das laufende erste Quartal. Denn danach rechnet man auch aufgrund der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie und der üblichen saisonalen Einflüsse mit einem Umsatz von nur 18-22 Millionen Euro, was im schlechtesten Fall eine Halbierung der Vorjahreszahlen bedeuten würde. Auch beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird es nicht besser. Hier rechnet LPKF mit einem Verlust zwischen 3-5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 6,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Bei solchen Zahlen wurden die vorläufigen Daten für das zurückliegende Geschäftsjahr eigentlich nur noch Nebensache. Nur zur Vollständigkeit: Der Umsatz konnte 2019 um 17% auf 140 Millionen Euro gesteigert werden. Damit lag man am oberen Ende der eigenen Zielspanne immer auf 135-140 Millionen Euro). Allerdings hatten hier Analysten noch etwas mehr erwartet. Die EBIT-Marge soll zwischen 12-14% liegen. 

Die kompletten Zahlen sollen am 24. März veröffentlicht werden. Wie wir an dieser Stelle und auch im Zürcher Trend schrieben, wollten wir eine Investmententscheidung bis dahin aufschieben. Mit den nun präsentierten Erwartungen für das laufende Quartal und den daraus wohl abzuleitenden schwachen bzw. zu hinterfragenden Perspektiven für das Gesamtjahr sehen wir in LPKF derzeit kein Investment. Bevor hier noch mal darüber gesprochen werden kann, sollte wohl der heutige (zeitweise) Absturz verdaut werden.

 

Neuer IPO-Kandidat: EXASOL

 

Und ein neuer Börsenaspirant läuft sich an der deutschen Börse warm. Denn das Softwareunternehmen EXASOL will sich noch im Laufe des ersten Quartals an der Börse in Frankfurt notieren lassen. Das Unternehmen teilte bislang mit, dass man rund 50 Millionen Euro in neuen Aktien platzieren will. Hinzu kämen aber auch noch Anteile von Altaktionären und die übliche Mehrzuteilungsoption.

EXASOL ist ein Datenbank-Spezialist. Mit einer eigenen entwickelten Datenbank-Technologie bietet man den Kunden an, dass die ihre Daten mit hoher Geschwindigkeit und hohem Umfang speichern, verwalten und analysieren können. Und das nach Aussage von EXASOL zu geringeren Kosten als bei herkömmlichen Datenbank-Systemen.

Das Unternehmen, das zur Jahrtausendwende gegründet worden war, ist bereits international tätig und verfügt über einen Kundenstamm von 166 Kunden, darunter solche Schwergewichte wie ADIDAS, DELL, VODAFONE und ZALANDO. Die weitere Wachstumsstrategie basiert dabei auf vier Ansätzen: weitere Internationalisierung, Ausbau des Partner-Systems, Ausbau des Kundenstamms und auch externes Wachstum durch mögliche Akquisitionen.

Die bisher veröffentlichten Finanzkennzahlen lassen hier einiges an Perspektive erwarten. Wobei ein Schwerpunkt darin zu finden ist, dass das Unternehmen derzeit in einer Umstellung auf ein abonnementbasiertes Erlösmodell ist. Bisher schaffte EXASOL dabei eine weitere Steigerung der Abo-Umsatzanteile von 66% in 2018 auf inzwischen 72% auf Basis der ersten elf Monate 2019. Also immer besser kalkulierbar. Im gleichen Zeitraum 2019 fielen inzwischen 19,1 Millionen Euro Umsatz an. Die Rohertragsmarge lag nach Auskunft des Unternehmens bei 91%.

Fazit: Natürlich ist das Geschäftsmodell als Datenbank-Anbieter für Anleger nicht ganz so griffig, weil doch in den Einzelheiten sehr technisch. Dennoch sehen wir hier bei EXASOL sehr interessante Ansätze für einen Platzierungserfolg und natürlich auch für eine entsprechende positive Perspektive. Deshalb werden wir diese Emission auch weiter publizistisch begleiten. Ob es letzten Endes eine Zeichnungsempfehlung geben wird, hängt natürlich am Ende davon ab, welche Preise hier aufgerufen werden. Mit entsprechenden Informationen rechnen wir allerdings auch schon in Kürze.

 

21.02.2020 - Jens Bernecker - jb@berneckerresearch.de

 









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