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BÖRSE TO GO - mit UBS, Deutsche Telekom und Beyond Meat

Märkte fokussieren sich auf Zahlenwerke

 

Guten Morgen,

nachdem die Börsen gestern nahezu weltweit positiv in die neue Börsenwoche gestartet waren, weil sich die Anleger positive Entwicklungen insbesondere im Handelsstreit zwischen den USA und China ausrechnen, geht es heute wohl etwas gemäßigter zu. Denn natürlich ist hier noch nichts in trockenen Tüchern. Geradezu als Warnung gilt dabei die Weiterentwicklung beim Brexit, der parlamentarisch in London immer noch nicht vorwärts kommt. 

Dafür gibt es allerdings von anderer Seite positive Meldungen auf der Makro-Ebene. So zum Beispiel von den Euro-Banken. Diese haben gemeldet, dass sie im dritten Quartal ihre Standards für Unternehmenskredite entgegen früheren eigenen Erwartungen gelockert hätten. Eine Art leichte Trendumkehr, nachdem im zweiten Quartal eher eine Straffung der Kreditstandards gemessen wurde. Allerdings wurde das weniger mit der derzeitigen EZB-Politik begründet, sondern mehr mit dem herrschenden Wettbewerb. Allerdings ist es eigentlich egal, was hier Wirkung entfaltet. Hauptsache, die Banken fangen nicht in der derzeitigen Konjunkturflaute wieder an, auf die Bremse zu treten und damit den Abschwung selbst noch zu verstärken. 

 

Skyline Frankfurt

Bildnachweis: Commerzbank AG

 

Noch darüber hinaus geht China. Hier wurde gemeldet, dass die Notenbank bei einem abgewickelten Repro-Geschäft mit Laufzeit von sieben Tagen umgerechnet rund 35 Milliarden Dollar in den Markt gepumpt hat und damit deutlich mehr als bislang. Zur technischen Erklärung: Bei Repo-Geschäften hinterlegen Banken Wertpapiere als Sicherheiten für zusätzliche  Liquidität. Allerdings sollte man hier wohl nicht zu viel hinein interpretieren. Denn hier fließt auch ein hoher saisonaler Effekt mit ein. Denn derzeit müssen die Unternehmen in China ihre Steuern bezahlen und das sorgt für erhöhten Liquiditätsbedarf. Immerhin: Für den Markt könnte das ein kleines Signal sein, dass die Notenbank hier weiterhin sehr flexibel agiert.

Ansonsten dominieren heute und auch in den nächsten Tagen die Unternehmensberichte. Einige davon besprechen wir auch in der aktuellen Ausgabe des Zürcher Trends. An dieser Stelle entsprechend nur exemplarisch einige Firmen herausgegriffen.

 

UBS: Noch viel zu tun

 

Die Schweizer UBS musste für das zurückliegende Quartal einen Gewinnrückgang um 16 % auf 1,05 Milliarden Dollar hinnehmen. Allerdings wurde das von der Börse im Gegenteil recht positiv aufgenommen. Die Aktie liegt heute Morgen rund 1,3 % im Plus, weil  der ausgewiesene Ertrag besser war als erwartet. Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die UBS immer noch einige Herausforderungen zu meistern hat. Das gilt insbesondere für das Investmentbanking. Dessen bereinigter Vorsteuergewinn sank um stattliche 59 % auf nur noch 203 Millionen Dollar. Hier hatte Vorstandschef Sergio Ermotti zuletzt schon angekündigt, den Bereich weiter umzubauen. Das dürfte das Ergebnis mit weiteren 100 Millionen Dollar im vierten Quartal belasten.

Immerhin: Wenn sich das heutige Plus bestätigt, wird es zumindest charttechnisch deutlich interessanter. Denn dann könnte hier ein Ausbruch aus dem seit immerhin fast zwei Jahren bestehenden Abwärtstrend möglich sein. Dem ist zwar noch nicht vorzugreifen, aber damit rückt die UBS für uns wieder stärker in den Blick und landet auf unserer Watchlist. 

 

Kursverlauf UBS

 

DEUTSCHE TELEKOM: Good News aus Amerika

 

Gute Nachrichten für die DEUTSCHE TELEKOM aus Amerika. Dort hat sich der US-Bundesstaat Colorado aus dem derzeit laufenden Verfahren von mehreren Bundesstaaten gegen die Fusion von T-MOBILE US und SPRINT zurückgezogen. Beide Unternehmen hatten bekanntlich in den vergangenen Tagen bzw. Wochen sowohl die Zustimmung der Telekombehörde FCC als auch des US-Justizministeriums für den Zusammenschluss erhalten. Dagegen wehren sich bislang 16 Bundesstaaten, angeführt von Kalifornien und New York, die erhebliche Wettbewerbsnachteile für die Verbraucher befürchten. Wenn jetzt allerdings die Front bröckelt, könnte das ein gutes Zeichen sein, dass das Verfahren an Risiko für die beiden neuen Partner verliert. Das dürfte sowohl für die Aktie von T-MOBILE US als auch für die DEUTSCHE TELEKOM positiv sein.

 

BEYOND MEAT: Tag der Entscheidung

 

Und immer noch in Amerika. Denn dort steht der legale Burger-Produzent BEYOND MEAT weiter unter Druck. Das hat auch etwas mit einem Termin zu tun. Denn am 28. Oktober endet die sogenannte Lock-up-Periode, während derer die Altaktionäre nach dem Börsengang ihre Aktien nicht verkaufen durften. Das sind rund 48 Millionen BEYOND-MEAT-Aktien, die dann freigegeben sind. Aktuell besteht der gehandelte Free Float gerade mal aus 13 Millionen Aktien. Am gleichen Tag wird BEYOND MEAT auch sein Quartalsergebnis präsentieren. Das sorgt natürlich für hohe Nervosität, da das Unternehmen zunehmend auch den Wettbewerb zu spüren bekommt.

Dennoch: Wir bleiben bei unserer Strategie. Wir hatten letzte Woche an gleicher Stelle erläutert, dass wir zwar weiter mit fallenden Kursen zur Schließung eines Gaps rechnen. Dennoch sehen wir bei rund 100 Dollar je Aktie ein gutes Niveau, wo sich der Wert wieder stabilisieren könnte und was dann auch wieder neue Kaufgelegenheiten generieren würde. In dem Sinne: Weiter abwarten.

 

22.10.2019 - Carsten Müller - cm@berneckerresearch.de

 







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