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BÖRSE TO GO - mit Wirecard, Sixt Leasing und Mutares

Die Corona-Angst ist nun voll entbrannt

 

Guten Tag,

das Coronavirus hat die Märkte erneut voll im Griff.

Wir müssen jetzt zu dem Schluss kommen, dass die globalen Aktienmärkte unter diesen Aspekten neu bewertet werden müssen, damit die offensichtlich weitreichenden wirtschaftlichen Auswirkungen, welche das Virus haben wird, entsprechend berücksichtigt bzw. eingepreist werden. Es macht den Eindruck, dass dieses Einpreisen gerade erst begonnen hat. Die große Frage lautet: Wie weit reicht das Kursrisiko?

Da die 200-Tage-Linien noch weit von den aktuellen Kursverläufen entfernt verlaufen, haben die Märkte durch die Bank sehr viel Spielraum für Korrekturen, ohne dass die Trends berührt werden. Im Fall des Dow Jones sind es beispielsweise 2.000 Punkte Luft, also gut 10% Abschlag ohne Gefährdung des Aufwärtstrends. Im DAX ist es etwas knapper, was zu beobachten sein wird. Es gilt also das Tagesgeschehen zu beobachten und wir raten dazu, erst einmal nur zuzuschauen, denn:

Natürlich wird es irgendwann auch eine vollständige Erholung geben, aber wir wissen nicht, wann dieser Zeitpunkt ist. In den früheren Tagen nach dem Ausbruch hatten viele Ökonomen eine V-förmige Erholung vorhergesagt. Dies halten wir auch weiterhin für wahrscheinlich, aber noch ist es zu früh, den Zeitpunkt dafür zu bestimmen.

 

WIRECARD: Braun meldet sich

 

Zum Wochenbeginn bringt sich WIRECARD wieder einmal ins Gespräch. Bzw. eher der Vorstandsvorsitzende Markus Braun. Wie er aktuell erklärte, geht er davon aus, dass der Bericht der derzeit tätigen Wirtschaftsprüfer KPMG alle gegen das Unternehmen geäußerten Vorwürfe entkräften dürfte. Er verweist darauf, dass wenn etwas „Skandalöses“ entdeckt worden wäre, man bereits eine Ad-hoc-Mitteilung hätte absetzen müssen.

Braun bestätigte außerdem, dass man weiterhin auf Wachstumskurs bleibe und sich von den aus seiner Sicht ungerechtfertigten Vorwürfen nicht aufhalten lasse. Er verwies dabei natürlich auch darauf, dass er mit einer Beteiligung von 7 % am Unternehmen selbst stark involviert ist. Indes:

Am heutigen Tag verpuffen diese Einschätzungen schlicht. Der Markt ist im Schwächemodus und das bekommt auch die WIRECARD-Aktie zu spüren. Sie notiert derzeit über 5 % im Minus. Hier muss man wohl letztlich sagen, dass man diese Marktentwicklung einfach erst einmal schlicht über sich hinweg gehen lassen muss, ehe neue Dispositionen getroffen werden können.

 

SIXT LEASING: Verkauf ist perfekt

 

SIXT hat sich von seiner wichtigsten Tochter getrennt. Der Autovermieter verkauft die Leasing-Tochter SIXT LEASING an HYUNDAI CAPITAL BANK EUROPE. Diese ist seit 2017 in Europa aktiv und hat bislang Autokredite und Leasingsangebote für die Marken Hyundai und Kia angeboten. SIXT gibt nun seine restlichen 42 % an der Tochter für bis zu 163,4 Millionen Euro ab. Mit im Boot bei HYUNDAI CAPITAL ist im übrigen auch die spanische Großbank SANTANDER.

Dabei soll sich im Laufe dieser Transaktion nicht nur SIXT von seinen Anteilen trennen, sondern auch die anderen Aktionäre. Denen wird durch die HYUNDAI BANK 18 Euro je Anteilsschein geboten. Zusätzlich sollen 0,90 Euro Dividende je Aktie für das zurückliegende Jahr ausbezahlt werden. Da die Trennung von SIXT LEASING schon im Vorfeld Gestalt annahm, hatte sich deren Aktie entsprechend stark in den vergangenen Wochen entwickelt. An dieser Stelle würden wir dazu raten, das Angebot anzunehmen. Wer schon schneller aktiv werden möchte, kennt ja nun den Preis, der zu erzielen wäre.

 

Kursverlauf Sixt Leasing

 

MUTARES geht wieder shoppen

 

Eine Transaktion spielt auch heute bei MUTARES eine Rolle. Denn die Beteiligungsgesellschaft hat bekannt gegeben, dass man 80 % an NEXIVE übernehmen werde. Dabei handelt es sich um den zweitgrößten Brief- und Paketdienstleister Italiens. Verkäufer ist die niederländische POSTNL. Diese bleibt weiterhin mit 20 % beteiligt.

Mit Abschluss dieser Transaktion würde MUTARES auf einen konsolidierten Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro kommen. Das wäre rund doppelt so viel wie für das zurückliegende Jahr im Markt erwartet wird (rund 1,01 Milliarden Euro). MUTARES legt damit ein ordentliches Tempo im neuen Jahr vor, da es schon die zweite Akquisition seit Jahresanfang ist. Der Abschluss der Transaktion ist im zweiten Quartal geplant.

Mit der Übernahme gelingt MUTARES im Beteiligungsportfolio geradezu ein Quantensprung, auch wenn die Herausforderungen im italienischen Postgeschäft sicherlich nicht gering sind. Die Aktie wird davon kurzfristig zwar noch nicht profitieren können. Sie liegt heute mit dem Gesamtmarkt erneut im Minus, nachdem es schon am Freitag deutlich abwärts ging. Dennoch würden wir hier zum weiteren Halten raten, da im Bereich von 11 Euro noch eine Unterstützungszone liegt. Unser bisheriger Stopp-Loss bei 9,70 Euro wird bestätigt.

 

Kursverlauf Mutares

 

24.02.2020 - Carsten Müller - cm@berneckerresearch.de

 









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