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Der Euro der Zukunft

Der Euro und der Frosch

 

Die geldpolitischen Beschlüsse des EZB-Rates von heute sind nicht wirklich eine Überraschung. Warum notiert der Euro dann gegen den US-Dollar und den Schweizer Franken schwächer?

Der EZB-Rat beschloss wie erwartet, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,00 %, 0,25 % bzw. - 0,50 % zu belassen. Er geht zudem davon aus, dass die EZB-Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2 % liegt, und dass sich diese Annäherung in der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation durchgängig widerspiegelt.

Die Nettoankäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme – APP) in einem Umfang von 20 Mrd. Euro monatlich werden so lange fortgesetzt werden, wie es für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt.

Die EZB beabsichtigt zudem, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere weiterhin bei Fälligkeit für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem er mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, vollumfänglich wieder anzulegen. Und zwar in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

 

Euro

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Und schließlich wird die EZB mit einer Überprüfung der geldpolitischen Strategie beginnen. „Unsere Volkswirtschaften erleben einen tief greifenden Wandel. Es ist Zeit für eine Strategieüberprüfung, damit wir unser Mandat im Interesse der Europäerinnen und Europäer erfüllen können“, so EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Seit 2003 ist das bis heute geltende Inflationsziel Richtschnur für die Sicherung der Preisstabilität. Es sieht mittelfristig eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2 % vor. Allerdings verfehlt die EZB dieses Ziel bereits seit Frühjahr 2013. Im Dezember lag die Inflation bei 1,3 %.

Die wahrscheinliche Richtung ist dabei klar: Die EZB, in der die deutschen Interessen am leichtesten zu blockieren sind, wird eine Aufgabe für die Geldpolitik installiert, die nach ihren Gründungsverträgen gar nicht vorgesehen ist. Man will nun mit massiver Klimainvestitionen die europäische Konjunktur in Schwung bringen. Die daraus resultierenden Projekte sind wohl schon in Sichtweite, denn damit müssen diejenigen, die sich dafür stark machen, die Ausgabendisziplin, wie sie in den Maastricht-Kriterien festgeschrieben ist, beugen.

Eine höhere Inflation dürfte im Euroraum wie in alle anderen Währungen mit steigender Inflation weder das institutionelle Vertrauen in die Regierungen noch in die Geldwertstabilität erhöhen. Niemand sollte sich deshalb wundern, wenn dies den Abfluss von Kapital aus dem Euroraum beschleunigt.

 

Euro Crossrates

 

Der Euro verliert gegen den Schweizer Franken bereits seit Anfang Dezember 2019 stetig an Wert. Eine relative Dollarstärke kam erst zum Jahreswechsel auf. Mit der heutigen Sitzung hat sich die Abwertung des Euro beschleunigt.

 

Fazit

 

Der Frosch wird langsam gekocht…

 

23.01.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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