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Golddrehkreuz Schweiz mit Dezember-Daten

Schweizer Goldhandel im Dezember 2019

 

Die Statistiken der Schweizerischen Zollverwaltung, die seit 2016 auch Aufschluss über die grenzüberschreitenden privaten Goldtransaktionen geben, sind bezüglich der Goldexporte und Goldimporte ein hilfreicher Mosaikstein im Informationsgesamtschau, nicht nur für den Goldinvestor. Denn die Schweiz ist der wesentliche Ort für die Schmelze von Gold. Dabei werden Investmentbarren aus den USA und Großbritannien zu kleineren Barren für Europa und vor allem für Asien umgegossen.

Gemäß der Eidgenössischen Zollverwaltung beträgt der Gold-Export monatlich zwischen 26 % und 30 % aller Schweizer Exporte. Der Anteil der Schweiz an der globalen Goldschmelze liegt bei fast 70 %. Geografischer Schwerpunkt der Raffinerien sind die Kantone Neuenburg und Tessin. Die ergibt sich aus der Geschichte, da früher von dort die bekannten Schmuckhersteller hinter der Schweizer Grenze beliefert wurden.

Die von der Eidgenössischen Zollverwaltung bereit gestellten Außenhandelsdaten für den Dezember 2019 enthalten auch die Goldimporte und Goldexporte der Schweiz.

Trends in der Außenhandelsstatistik liefern Hinweise auf das Nachfrageverhalten und mögliche politische Prozesse, die dieses beeinflussen.

 

Goldbarren

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Die Gold-Exporte der Schweiz betrugen danach im Dezember 81,99 Tonnen im Wert von 3,77 Mrd. Franken. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg der Goldexporte von 88 %, gegenüber dem Vormonat von 2,5 %.

Größtes Importland für das Schweizer Gold war China, welches 41,5 Tonnen im Wert von 1,92 Mrd. Franken aus der Schweiz bezog. Dies war die größte Goldexportmenge seit August 2018, als 44,3 Tonnen nach China geliefert wurden. Im Vergleich zum Dezember 2018 betrug der Anstieg 365 %.

Gefolgt wurde China von Indien, welches 10,39 Tonnen Gold aus der Schweiz importierte, und Deutschland, welches 7,85 Tonnen bezog, so hoch wie seit dem Januar 2017 nicht mehr. An vierter Stelle schließlich lag Hongkong mit 5,35 Tonnen, was einen Anstieg gegenüber dem Dezember des Vorjahres um 91,6 % darstellt.

Der Anstieg der Goldexporte nach Deutschland dürfte auch von der Verabschiedung des neuen Geldwäschegesetzes beeinflusst worden sein, nach dem die Meldeschwelle für anonyme Goldkäufe von 10.000 Euro auf 2.000 Euro gesenkt wurde.

Importiert hat die Schweiz im Dezember 2019 vor allem aus Argentinien, welches 30,87 Tonnen Gold in die Schweiz lieferte. Es folgte Großbritannien mit 12,94 Tonnen und Peru mit 9,2 Tonnen. Deutschland lieferte zudem 4,66 Tonnen in die Schweiz, was den Nettosaldo deutscher Goldimporte aus der Schweiz auf 3,19 Tonnen verringert.

 

Fazit

 

Abgesehen vom Sonderfaktor neues Geldwäschegesetz für Deutschland hält der Transfer von Gold aus Lateinamerika, den USA und Großbritannien über die Schweiz nach Asien unvermindert an. Man wird sehen, wie sich dieser Trends bei einer wirtschaftlichen Abschwächung Chinas und Hongkongs entwickelt.

 

30.01.2020 - Arndt Kümpel - ak@berneckerresearch.de

 






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