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XINYI SOLAR, VESTAS WIND: Themendepot Energiezukunft

Update zum Themendepot Energiezukunft 09.02.2020

 

Auch das Themendepot ENERGIEZUKUNFT profitierte in der letzten Woche stark von dem insgesamt freundlichen, jedoch angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus in China auch weiter eher von zurückhaltender Risikoneigung geprägten globalen Aktienmarktumfeld. In diesem Szenario präsentierte sich das gleichermaßen risikoreduziert wie wachstumsorientiert ausgerichtete Themendepot in sehr stabiler Verfassung, und gewann + 3,0 % auf einen seit der Depotauflage am 01.11.2019 ermittelten, neuen Netto-Performancestand von + 10,7 % hinzu (alle Angaben jeweils auf Währungsbasis Euro sowie excl. Dividendenzahlungen). Die Nettorendite in Schweizer Franken beträgt damit per 09.02.2020 seit dem Depotstart + 7,5 %.

Depot-Spitzenreiter waren in der vergangenen Woche die erst am 14.01.20 neu aufgenommene Aktie des weltgrößten, nahe Shanghai ansässigen und an der Börse Hong Kong hauptnotierten Solarglas-Produzenten XINYI SOLAR HOLDINGS (KYG9829N1025). Die Aktie schoss bis 09.02. im Wochenverlauf um nicht weniger als + 14,2 % nach oben und setzte damit ihre Anfang 2019 etablierte Kursrallye nahtlos fort. In sehr starker Form präsentierte sich außerdem auch die Aktie des weltgrößten, dänischen Herstellers für Windkraftanlagen und -turbinen, VESTAS WIND (DK0010268606), deren Aktie um + 6,5 % stieg.     

 

Chart: XINYI SOLAR HLD. (in Euro) gegen CDAX – Index

 

Chart XINYI SOLAR HLDG. Euro gegen CDAX

 

Über die gerade seit 2019 dramatisch verbesserten Geschäftsperspektiven von XINYI SOLAR haben wir schon in unserem Neukauf-Kommentar am 13.01. ausführlich berichtet (siehe entsprechende Analyse). Hintergrund hierfür ist im Wesentlichen, dass der chinesische Staat im Herbst 2018 von seinem zuvor gültigen, marktwirtschaftlich bedingten Subventionszahlungsmoratorium für ausgewählte versorgungskritische Bereiche (wozu aufgrund des chronischen Energienotstands in China auch der Sektor alternativer Stromerzeuger zählte) weitgehend abrückte und gleichzeitig einer zuvor stark künstlich (niedrig) reglementierten Marktpreisbildung auch wieder freie Hand ließ.

Hiervon profitierte gerade Xinyi Solar schlagartig, da der Konzern als weltgrößter Solarglass-Hersteller (90 % der weltweiten Solarglasproduktion erfolgt in China !) von dieser Preisfreigabe vorrangig profitierte, und sich wie zu erwarten ab dem 3. Quartal 2018 mit der Beseitigung jeglicher Preisregulierung sofort eine Bodenbildung in dem zuvor um 20 % abgestürzten Weltmarktpreis für Photovoltaik (PV) - Glas einstellte.

Auslöser hierfür ist auch, dass die chinesische Regierung aus Gründen des zunehmend erratisch wachsenden nationalen Energiebedarfs spätestens seit 2018 nun die unabdingbare Genehmigung neuer alternativer Energieerzeugungsanlagen (Wind wie auch Solar) extrem forciert hat, und in dem Bestreben, bis 2030 35 % des chinesischen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken, im 14. 5-Jahres-Plan von 2020-2025 nun sogar Raum für künftige jährliche Schaffungen neuer Solarstromkapazitäten bis zu ca. 350 GW vorsieht. Der zudem im Zeitablauf nach oben revidierte 13. 5-Jahres-Plan von 2015-2020 hatte dagegen nur eine vergleichbare neue Erzeugungskapazitätsentwicklung bis zu 250 GW jährlich anvisiert.

China dürfte damit auf sehr gutem Weg sein, seinen aktuell bei rd. 35 % liegenden Anteil an der weltweiten Solarstromerzeugung bis 2025 auf weit über 40 % auszubauen, gefolgt von der in diesem Bereich  ebenso expandierenden USA, die hier jedoch längerfristig lediglich auf einen Weltmarkt-Erzeugungsanteil von knapp über 20% kommen dürfte. Dies könnte Xinyi Solar sogar in doppelter Hinsicht in die Karten spielen, sobald die Handelsbeziehungen zwischen USA und China auf grundlegend neue vertragliche Beine gestellt würden, da Xinyi Solar in seiner Weltführungsrolle bereits jetzt einen Anteil von gut 40 % an der gesamten weltweiten Solarglasherstellung einnimmt.

Ein weiteres unterstützendes Element für Xinyi Solar ist künftig zudem der fortschreitende Innovationstrend hin zu weltweit immer stärker eingesetzten, die Stromerzeugungseffizienz nochmals erhöhenden (verdoppelnden) zweischichtigen sog. bifazialen Solarglas-Modulen, die in der Lage sind, ausreichend starke Sonneneinstrahlungen dank einer weiteren Glasschicht auf der Hinterseite des Moduls sowohl über die Beschichtungsvorder- wie -Hinterseiten der Panels in Stromerzeugungen zu transformieren. Derartiges Bifazial-Glas weist aktuell in China erst eine Verbreitungsrate von ca. 30 % innerhalb der dortigen Solaranlagen auf, so dass alleine schon deren künftig absehbare deutliche technologische Aufrüstung Xinyi Solar einen Nachfragezuwachs nach Glasmodulen bis Ende 2025 um über 50 % bescheren dürfte.

Aus all diesen Blickwinkeln ist es nur folgerichtig, dass Xinyi Solar für ihre Solarglasprodukte seit dem Preistief von ca. 20 RMB / qm im 3. Quartal 2018 bereits Ende 2019 nun sogar Durchschnittspreise von ca. 29 RMB / qm durchsetzen konnte, was also einem Preisanstieg von nicht weniger als 45 % innerhalb von gerade einmal 15 Monaten entspricht! Auch weil in 2020 die chinaweite Schaffung neuer Solarkapazitäten (+ 30 %) das Marktangebot von Solarglas (+ 20 %) weiterhin deutlich übersteigen dürfte, und nur Xinyi Solar dank aktueller Errichtung neuer Produktionszentren über bis zu 4000 Tonnen / Tag derzeit in der Lage ist, diesen Nachfrageboom in China künftig halbwegs adäquat zu decken, sehen wir einen weiteren Nachfrage- und Preiserhöhungsboom bei Xinyi Solar nahezu als vorprogrammiert an. Entsprechend adäquat spiegelt sich dies in den Analystenschätzungen wider, die für den Konzern bis Ende 2021 sowohl auf der Umsatz- wie auch Gewinnebene zumindest eine Verdopplung gegenüber den Geschäftszahlen per Ende 2018 erwarten. Auf Basis der Gewinnschätzung (2020e) entspricht dies gerade einmal einem Aktien-KGV von nur rd. 15, was wir gemessen an den längerfristigen Konzernperspektiven für eine deutliche Unterbewertung halten, und weshalb wir in der Aktie auch weiterhin ein beträchtliches Kurpotenzial sehen.

Ferner überzeugte auch der weltführende Windparkausrüster VESTAS WIND vollauf mit seiner Vorlage sehr solider Quartalszahlen am 05.02.. Hierüber berichteten wir am gleichen Tag bereits ausführlich. Auf Gesamtjahres-Basis konnte der Umsatz um 19 % ausgebaut werden, während auf der Nettogewinn-Ebene noch ein Plus von knapp 10 % verzeichnet wurde. Auch dieser sektorweit zu verzeichnende Margendruck hielt sich damit in weit engeren Grenzen als bei den europäischen Konkurrenten Siemens Gamesa und Nordex, die sich im 4. Quartal nach den bisherigen Verlautbarungen jeweils in der Verlustzone befunden haben dürften. Die Aktie von Vestas Wind reagierte daher auf diese Zahlenvorlage mit dem charttechnischen Ausbruch auf ein weiteres Allzeithoch. Der mit einem KGV (2020e) von 20 noch akzeptabel bewertete Titel bleibt daher auch weiterhin eine Bestandsposition unseres Themendepots ENERGIEZUKUNFT.

 

 

12.02.2020 - Matthias Reiner - mr@berneckerresearch.de